Sport : Bisher größter Schlag gegen illegale Sportwetten in China

Peking/Hongkong - Der Polizei in Südchina und Hongkong ist mit Beginn der Fußball-WM ihr bisher größter Schlag gegen illegale Wettsyndikate gelungen. Bei Razzien wurden 70 Menschen festgenommen und 113 Millionen Hongkong-Dollar (umgerechnet 12 Millionen Euro) sichergestellt, wie die Behörden am Montag berichteten. Einige Anführer der Glücksspielringe seien Mitglieder chinesischer Triaden. Die Polizei in der südchinesischen Metropole Shenzhen und in der benachbarten chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong kooperierten bei dem Vorgehen gegen Buchmacher und im Ausland registrierte Websites.

Illegale Fußballwetten sind in China ein Milliardengeschäft. Die Chinesen bewegen nach Schätzungen von Experten jährlich umgerechnet mehrere Milliarden Euro in verschiedenen Ligen der Welt. Bei den Durchsuchungen am Wochenende wurden allein in Shenzhen 45 Menschen festgenommen. In Hongkong gab es 25 Festnahmen. Die Polizei stellte 66 Millionen Hongkong-Dollar an Wettgeld sicher.

„Die Polizei wird im Laufe der Weltmeisterschaft weiterhin scharf gegen illegale Buchmacher vorgehen“, sagte der Leiter der Einheit der Hongkonger Polizei gegen organisiertes Verbrechen, Man Tat-shing. In der autonom regierten Hafenmetropole hat die Regierung die beliebten Sportwetten auf Pferderennen und Fußballspiele monopolisiert. Es ist verboten, auf ausländischen Websites zu wetten, selbst wenn diese in Ländern registriert sind, die dieses Geschäft erlauben.

Wegen des Vorgehens der Polizei in Hongkong verlagert sich das Wettgeschäft zunehmend über die Grenze nach China. Allerdings kündigte auch das Polizeiministerium in Peking an, während der WM scharf gegen Fußballwetten vorgehen zu wollen. In einer Kampagne seit Februar sind in China schon 740 Glücksspielbanden aufgeflogen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. 3600 Verdächtige seien festgenommen und 700 Millionen Yuan, umgerechnet 84 Millionen Euro, sichergestellt worden. Details über die Art der Wetten wurden nicht genannt. Experten gehen davon aus, dass in China zu 90 Prozent auf Fußballspiele gewettet wird. dpa

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