Sport : Bitte eine Niederlage

Desolate Schalker haben gegen Leverkusen nicht den Hauch einer Chance und verlieren verdient 0:2.

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Bayer obenauf. Ömer Toprak fliegt, für Schalkes Lewis Holtby (in weiß) ist das zu hoch. Foto: dapd
Bayer obenauf. Ömer Toprak fliegt, für Schalkes Lewis Holtby (in weiß) ist das zu hoch. Foto: dapdFoto: dapd

Leverkusen - Es schien, als könnten die Spieler von Bayer Leverkusen gar nicht fassen, dass sie so locker 2:0 (1:0) gegen Schalke 04 gewonnen hatten. Doch diese kurzzeitige Verunsicherung war unangebracht. Sie hatten es sich verdient, dass die 29 808 Zuschauer im Leverkusener Stadion sie auf ihrer Ehrenrunde geradezu frenetisch feierten. „Wir haben sehr gut gespielt. Wir haben es sehr gut verstanden, die Schalker kommen zu lassen, dann eiskalt zuzupacken und zu kontern“, sagte der überragende Leverkusener André Schürrle. Trainer Sascha Lewandowski war ebenfalls zufrieden: „Es war eine in allen Belangen überzeugende Leistung.“

Die Schalker dagegen zeigten eine desolate Partie. „Das war die schlechteste Leistung in dieser Saison. Ich hätte heute auch neun Leute auswechseln können. wir haben darum gebettelt, die Partie zu verlieren“, sagte Trainer Huub Stevens. André Schürrle zum Beispiel verwandelte mit einem fulminanten Schuss aus 25 Metern Entfernung zum 1:0 für die Rheinländer. Vorausgegangen war wieder einmal ein fürchterlicher Ballverlust der Schalker im Mittelfeld.

Es zog sich wie ein roter Faden durch die erste Hälfte, dass die Mannschaft von Stevens fahrig, unkonzentriert und fehlerhaft agierte und die Leverkusener dadurch immer wieder zu überfallartigen Angriffen einlud. Einige Male hatten die Schalker zuvor Glück gehabt, dass ihre Schludrigkeit und mangelnde Konzentration nicht früher bestraft worden war.

Die Leverkusener konnten nicht zufrieden damit sein, dass sie bis zur Pause erst einen Treffer erzielt hatten. Die Schalker hatten es den Gastgebern durch ihre hohe Quote an Ballverlusten viel zu leicht gemacht, ihre Kontertaktik erfolgreich umzusetzen. Roman Neustädter und Jermaine Jones im defensiven Mittelfeld standen völlig neben sich und überboten sich mit Fehlpässen und Ballverlusten. „Wir hatten viele Fehler im Spielaufbau und sind dafür bestraft worden. Wir haben völlig verdient verloren“, sagte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes.

Dass sich die Gäste überhaupt eine Tormöglichkeit in der ersten Hälfte herausspielen konnten, hatten sie dem bis dahin einzigen Offensivspieler in Normalform zu verdanken. Julian Draxler hatte den Ausgleich nach einer schönen Einzelleistung auf dem Fuß, scheiterte aber an Leverkusens Torhüter Bernd Leno.

Ansonsten waren die Schalker an Harmlosigkeit kaum noch zu unterbieten. Die Überlegenheit der Leverkusener nahm zunehmend kuriose Ausmaße an. Von Minute zu Minute wurden die Schalker schwächer, während ihr Trainer immer wütender wurde. Kaum noch ein Pass fand den eigenen Mitspieler, so gut wie kein Zweikampf ging zu ihren Gunsten aus. Die Leverkusener liefen ein ums andere Mal auf das gegnerische Tor zu, und es war nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Treffer fallen würde. Lars Bender war nach 61 Minuten schon sehr nahe dran, als er den Pfosten traf. Fünf Minuten später erhöhte Stefan Kießling zum 2:0. Kurz darauf verhinderte Torhüter Lars Unnerstall gegen Gonzalo Castro einen noch höheren Rückstand.

Die Schalker zeigten besorgniseregende Auflösungserscheinungen. Wie blank die Nerven auf Seiten der Gäste lagen, zeigte sich spätestens bei der Auswechslung von Jefferson Farfan, als der Peruaner und Stevens lautstark miteinander diskutierten. Die Schalker stellten ihre Offensivbemühungen vollständig ein, während Leverkusen Chance um Chance vergab. Die Rheinländer konnten es sich sogar leisten, einen Elfmeter zu verschießen. Unnerstall parierte zehn Minuten vor Schluss gegen Kießling.

Und nur eine Minute später musste auch noch Kyriakos Papadopoulos nach Gelb-Rot vom Platz, was das Schalker Debakel komplettierte. Jörg Strohschein

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