Sport : Bitte nicht stören!

Alba Berlin setzt vor dem Spiel gegen den Mitteldeutschen BC auf Ruhe, um die Spieler nicht noch mehr zu verunsichern

Helen Ruwald

Berlin. Nur kein großes Brimborium machen will Burkhardt Prigge, der Kotrainer des deutschen Basketballmeisters Alba Berlin. Nur die Stars nicht noch mehr verunsichern, die von der Freiwurflinie regelmäßiger danebenwerfen als treffen. Vor allem Quadre Lollis und Jovo Stanojevic sind solche Kandidaten, sie verfehlten beim 77:80 in der Euroleague am Donnerstag gegen Bologna in der Schlussphase beide zweimal hintereinander den Korb. Albas Dreierquote war besser als die Freiwurfquote.

Freiwürfe werden ständig geübt, nach Sprints, um den Puls ähnlich hoch zu treiben wie im Spiel. Nur begrenzt trainieren könne man die Freiwürfe, sagt Prigge, „die Wurfbewegung schon, die Spielsituation nicht“. Eine Methode, um im Training eine ähnliche Nervosität aufzubauen wie in der Endphase eines wichtigen Spiels, ist Prigge noch nicht eingefallen. Er setzt auf das gegenteilige Vorgehen: Ein solcher Spieler „steigert im Training für sich die Konzentration. Das darf man als Trainer nicht hochkochen.“ Sonst setzt sich die Unfähigkeit im Spielerhirn fest, in der nächsten Stresssituation, etwa heute in der Bundesliga gegen den Mitteldeutschen BC (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle), landet der Ball wieder nicht im Korb.

Sechsmal verlor Alba zuletzt in Folge. Am Ende fehlte immer die Konzentration, was neben mangelnder Treffsicherheit beim Freiwurf auch zu überflüssigen Ballverlusten führte. Um diese Konzentrationsfähigkeit zu steigern, sei Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und zwischen Team und Trainern nötig. Prigge sieht hier einen großen Unterschied zum vergangenen Winter, als Alba ebenfalls viele Verletzte hatte und in der Euroleague ständig verlor. „Alle standen damals mit verschränkten Armen da und haben geguckt, ob der andere Fehler macht.“ Jetzt, mit vielen neuen Spielern, „sind alle bereit, etwas zu ändern“ – bei sich selbst. Bloß kein Wirbel und Krisengerede.

Dennoch macht sich Präsident Dieter Hauert „Gedanken, wie man die Saison zu Ende bringt“. Jörg Lütcke (Kreuzbandriss) fällt bis zum Saisonende aus, möglicherweise wird ein neuer Spieler verpflichtet. Hauert sieht dabei auch Nachteile. Vier Spieler kamen zu Saisonbeginn, vor zweieinhalb Wochen stieß John Celestand dazu, „wir hatten schon viel Unruhe, dann geht es wieder von vorne los“. Miroslav Beric aus Pesaro , Weltmeister mit Jugoslawien 1998, ist Alba angeboten worden. Beric dürfte nur in der Euroleague spielen, nicht in der Bundesliga. Dort kann jeder Klub pro Spiel nur zwei Europäer aus Nicht-EU-Staaten einsetzen. Bei Alba sind diese Plätze an den Jugoslwaen Stanojevic und Rankin, der einen türkischen Pass hat, vergeben. „Für uns ist die Meisterschaft das Wichtigste, deshalb ist Beric keine Option“, sagt Vizepräsident Marco Baldi.

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