Sport : Blamage auf der Baustelle Hertha BSC verliert beim 1:3 in Frankfurt

das Spiel und Torwart Sascha Burchert.

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Blaues Wunder. Frankfurts Odise Roshi erwischt Herthas Peter Niemeyer auf dem falschen Fuß. Foto: dpa
Blaues Wunder. Frankfurts Odise Roshi erwischt Herthas Peter Niemeyer auf dem falschen Fuß. Foto: dpaFoto: dpa

Das Jahr in der Zweiten Liga ist für Hertha BSC wie eine Entdeckungsreise in unbekannte Welten. Als die U7 gestern in Frankfurt am Richard-Herrmann-Platz aus dem Tunnel ins Freie fuhr und auf der linken Seite das Stadion des FSV auftauchte, sagte ein Fan der Berliner zum anderen: „Was? So klein ist das? Na, das wird ja entspannt.“ Entspannt war es für Hertha am Bornheimer Hang schon vor zwei Jahren nicht gewesen, als Adrian Ramos erst kurz vor Schluss den Siegtreffer erzielte. Diesmal lief es für die Berliner sogar noch ein bisschen ärgerlicher. Trotz einer 1:0-Führung kurz vor der Pause verlor Hertha 1:3 (1:0). Mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen bleibt der große Favorit auf den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Trainer Jos Luhukay hatte Ronny, Adrian Ramos und Änis Ben-Hatira neu in der Startelf aufgeboten, und sich damit für die größtmögliche spielerische Qualität entschieden. Zumindest in der Theorie. In der Praxis war davon gegen die biederen Frankfurter zunächst nicht viel zu sehen. Die Darbietung erinnerte an einen trägen Sommerkick; Hertha schob sich den Ball im Mittelfeld ideenlos hin und her, von Pressing und Dominanz, wie Luhukay sie erwartet, war nichts zu sehen, ein Plan nicht zu erkennen. Ronny, der neben Kapitän Peter Niemeyer im defensiven Mittelfeld spielte, versuchte es ein paar mal vergeblich mit langen Bällen; Marvin Knoll wurde auf der linken Seite derart hartnäckig ignoriert, dass er auch eine Schicht auf der Baustelle Haupttribüne hätte einlegen können.

Chancen hatte Hertha vor der Pause so gut wie keine: Niemeyer verfehlte nach einem Freistoß von Ben-Hatira mit dem Kopf das Tor, Sami Allagui brachte in aussichtsreicher Position einen reichlich harmlosen Schuss zustande, sein Treffer zum vermeintlichen 1:0 zählte wegen Abseits zurecht nicht. Und auch die Führung der Berliner kurz vor der Pause entsprang nicht etwa planvollem Spiel, sondern einem verhängnisvollen Fehler der Frankfurter. Yannick Stark ließ sich in der Vorwärtsbewegung von Marcel Ndjeng den Ball abjagen, Allagui traf mit einem Schlenzer nur den Pfosten, doch den Abstauber verwertete Ben-Hatira zum 1:0 für den Favoriten.

Die Führung eröffnete den Berlinern für die zweite Hälfte eigentlich alle Möglichkeiten, doch das Spiel war nach der Pause kaum angepfiffen, da hatte Hertha den Vorteil schon wieder verspielt. Nach einem zu kurz geratenen Zuspiel von John-Antony Brooks lief Edmond Kapllani allein auf Sascha Burchert zu, Herthas Torhüter erwischte den Frankfurter Stürmer mit der Hand am Knöchel. Es gab Elfmeter für den FSV und – den Regeln entsprechend – Rot für Burchert. Björn Schlicke verwandelte gegen Ersatztorhüter Philip Sprint sicher zum 1:1.

Der Ausgleich und die Überzahl ließ die Frankfurter für kurze Zeit übermütig werden. Doch die Berliner nutzten das Angebot nicht, zwei Konter spielten sie nicht konzentriert zu Ende. Auf der anderen Seite bewahrte Sprint die Berliner in seinem ersten Pflichtspiel mit einer Fußabwehr gegen Moise Bambara vor dem Rückstand. Kurz darauf war auch Herthas Torhüter Nummer drei machtlos. Nach einem Freistoß für die Berliner in der Hälfte der Frankfurter zog der gerade eingewechselte Mathew Leckie Ndjeng davon und ließ Sprint keine Chance. Luhukay brachte mit Sandro Wagner und Elias Kachunga noch zwei neue Stürmer. Der Erfolg aber blieb aus. In der Nachspielzeit traf John Verhoek noch zum 1:3.

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