Sport : Blanke Brust, volle Kasse

Steffen Hudemann

In einigen Jahren wird man sich über den Streit wundern. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis private Sportwetten auch in Deutschland erlaubt sein werden. Entweder gibt es ein entsprechendes Gesetz, das die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umsetzt, oder es wird früher oder später eine Regelung auf europäischer Ebene geben. Die juristischen Auseinandersetzungen dieses Sommers werden dann zum Kuriositätenkabinett der Bundesliga gehören wie die Aufregung um die Jägermeister-Werbung bei Eintracht Braunschweig im Jahr 1973. Den Vereinen, die Verträge mit Betandwin abgeschlossen haben, hilft diese Aussicht derzeit wenig. Sie müssen hoffen, dass die Verwaltungsgerichte die Verbote der Behörden im Eilverfahren aufheben. Die juristischen Streitfragen sind kompliziert, der Ausgang ist offen.

Möglich also, dass Werder Bremen und 1860 München demnächst ohne Hauptsponsor dastehen. Doch selbst dann wird es in der Sache kaum Verlierer geben. Man kann davon ausgehen, dass die Klubs nicht völlig ohne Einnahmen bleiben werden. Dass die Rechtslage unklar ist, werden sie bei Vertragsabschluss bedacht haben. Und Betandwin hat seinen Bekanntheitsgrad durch die Berichterstattung über den Rechtsstreit ohnehin schon erhöht. Freuen dürften sich in jedem Fall die Fans. In Bremen gilt das Trikot der Saison 2001/02, als der Klub keinen Sponsor fand, bis heute als das beste aller Zeiten. Sollten die Klubs vor Gericht unterliegen, wird der Ansturm auf die Fanshops die Niederlage zumindest ein wenig lindern.

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