Sport : Blatter: WM-Garantie für Katar Turnier-Termin steht frühestens Ende 2014 fest

Zürich/Berlin - Der Wirbel war groß nach den Berichten über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar. Trotzdem hat der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph Blatter, dem Golfstaat Katar einen Garantieschein für die Endrunde 2022 ausgestellt – eine Neuvergabe des Turniers werde es nicht geben, stellte Blatter am Freitag klar. Das Exekutivkomitee rang sich nach seiner zweitägigen Sitzung nur zu einer Task Force für den bestmöglichen Termin durch. Demnach kann es noch bis 2015 dauern, ehe die endgültige Entscheidung über eine Winter-WM fällt.

Den aktuellen Problemen will Blatter mit einem Höflichkeitsbesuch beim Emir in Katar begegnen. Mehr nicht. „Es tut uns sehr leid, was passiert ist. In jedem Land kann es geschehen, dass es Todesfälle auf den Baustellen gibt. Die Verantwortung der Arbeitsrechte in Katar ist eine Verantwortung der Unternehmen. Eine Intervention kann nur durch Katar erfolgen“, sagte Blatter.

Die englische Tageszeitung „Guardian“ hatte in der vergangenen Woche einen alarmierenden Bericht über die Arbeitsbedingungen in Katar veröffentlicht. Rund 44 nepalesische Gastarbeiter seien demnach in nur zwei Monaten wegen Herzinfarkts oder Arbeitsunfällen gestorben. Von Zwangsarbeit und unmenschlichen Bedingungen war die Rede.

Sportpolitischen Druck will Blatter bei seinem Katar-Besuch aber nicht ausüben. „Es darf uns nicht gleichgültig sein, aber es ist nicht die Kontrollaufgabe der Fifa“, sagte Blatter. Verantwortlich fühle sich die Fifa nur für die Terminierung der WM: „Wir werden ein Konsultierungsverfahren mit allen Beteiligten in die Wege leiten.“ Laut Blatter könnte eine endgültige Entscheidung Ende 2014 oder Anfang 2015 fallen. dpa

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