Sport : Blick nach unten

Dortmund verliert 0:1 beim VfB und kann den Titel wohl abhaken

Oliver Trust

Stuttgart. Schimpfend verschwanden die Männer in den schwarz-gelben Trikots in der Kabine. Stocksauer stampfte ihr Trainer Matthias Sammer hinterher. Die Dortmunder hatten ein schwaches Spiel abgeliefert und verdient 0:1 (0:0) verloren. Beim VfB Stuttgart waren es die Routiniers Krassimir Balakow und Zvonimir Soldo, die den Sieg sicherten. Die Schwaben stehen nun auf Rang drei, punktgleich mit den Dortmundern, die nach dieser Niederlage ihre Ambitionen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung langsam abhaken können. Soldo verwertete Balakows Freistoß in der 76. Minute per Kopf zum entscheidenden Tor. Dortmund verlor in der 90. Minute nach einer schwachen Vorstellung vor 43 000 Zuschauern noch Stürmer Amoroso, der nach einer Attacke gegen Meissner die Gelb-Rote Karte sah.

„Wir werden jetzt nicht über die Champions League sprechen, wir wollen im nächsten Jahr international spielen", sagte Torschütze Soldo. „Wir wollen nur diesen Lauf nutzen und sehen, wohin er führt." Präsident Manfred Haas mahnte zur Bescheidenheit: „Wir spielen uns in einen Rausch, aber von der Champions League zu reden, wäre vermessen." Die Dortmunder wurden in den 90 Minuten für ihr lasches Auftreten bestraft. Die Borussia spielte ohne Ideen und ohne Biss. „Wir haben nicht viele Chancen zugelassen, aber irgendwann in der Saison bekommt man eben mal ein Tor nach einer Standardsituation", sagte Mannschaftskapitän Stefan Reuter. Und Trainer Matthias Sammer forderte: „Wir müssen hart weiter arbeiten und die Sache wegstecken.“

In Stuttgart wirkte der Deutsche Meister zerfahren und nervös. Weder Tomas Rosicky, der ausgewechselt wurde, noch Jan Koller konnten für eine klare Linie sorgen. Es waren die jungen Stuttgarter, die die Dortmunder mit schnellem und direktem Spiel in die Defensive zwangen. Erst nach der Pause zeigte der amtierende Meister etwas mehr Engagement. Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand rettete in der 52. Minute mit den Fingerspitzen gegen Ewerthon. Nur sechzig Sekunden später hatte der Brasilianer den Torhüter zwar bezwungen, doch Bordon drosch den Ball von der Linie. Die Partie wurde offener, aber die Schwaben blieben dennoch die bessere Mannschaft.

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