Sport : Blick zurück nach vorn Alba Berlin ehrt Henrik Rödl und schlägt Trier

von

Berlin – Zuerst ging der Blick in der Großarena am Ostbahnhof zurück. Oder besser nach oben, auf den Videowürfel, auf dem anlässlich des Abschieds von Henrik Rödl noch einmal die wichtigsten Stationen seiner 17 Jahre beim Basketball-Bundesligisten Alba Berlin im Schnelldurchlauf gezeigt wurden: Europameister 1993, Koraccupsieger 1995, siebenmal Deutscher Meister und so weiter. Dann sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi zu dem zum Bundesligisten Trier gewechselten Trainer: „Wir halten uns eigentlich mit Personenkult zurück, aber wir haben allen Grund, bei Dir, Henrik, eine Ausnahme zu machen: Wir werden dein Trikot mit der Nummer 4 nicht mehr vergeben.“ Anschließend wurde von der Hallendecke ein Trikot mit der Nummer 4 und dem Schriftzug „Henrik Rödl“ heruntergelassen. Dann erst richtete sich der Blick nach vorne.

Alba Berlin testete im Saisoneröffnungsspiel vor 6743 Zuschauern die neu formierte Mannschaft. Sie soll es nach dem enttäuschenden Play-off-Aus im Viertelfinale der vergangenen Saison besser machen und erstmals seit 2008 wieder den Meistertitel holen. Allerdings sagt das 64:59 (42:29) über Trier noch nicht viel aus. Etwas Einblick in die neue, tiefere Mannschaftsstruktur gab das Testspiel aber doch.

So füllt der Serbe Marko Marinovic (12 Punkte) den Job als erster Aufbauspieler überzeugend aus und scheint mit mehr Spielverständnis und einem besseren Wurf ausgestattet zu sein als sein Vorgänger Rashad Wright. Rückkehrer Hollis Price kam erst von der Bank. Auf der Centerposition vertraute Trainer Luka Pavicevic auf Derrick Allen (12 Punkte). Rückkehrer Patrick Femerling (7 Punkte) musste ebenfalls zunächst warten, erhielt aber später von den Fans ein Sonderlob: „Und so sieht ein Center aus.“ Der neue, massige Power Forward Tadija Dragicevic wühlte sich zu neun Punkten. Mehr Aufschluss über Albas wahres Leistungsvermögen wird der 21. September liefern. Dann wird es in der Qualifikation für die Europaliga bei Chorale Roanne erstmals ernst. Benedikt Voigt

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar