Sport : Blicke durch die pinkfarbene Brille

Die Paarlauf-Weltmeister Sawtschenko/Szolkowy sind gelassener geworden

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Berlin - Sie hat den Reißverschluss des Sweatshirts bis fast zum Kinn gezogen, es ist kalt in der Eishalle des Sportforums Berlin-Hohenschönhausen. Darum trägt sie überm Sweatshirt noch eine schwarze Jacke. Die Musik aus den Boxen der Halle ist „Pink Panther“. Den Klassiker, der gute Laune macht, haben sich Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy als Musik für ihre neue Kür herausgesucht. Das Weltmeister-Paar aus Chemnitz präsentiert die neue Kür beim Sichtungslaufen.

Als Sawtschenko wieder auf Kufenschonern steht, sagt sie: „Wir wollten mal lustigere Musik, nicht immer so etwas Getragenes.“ Die flockige Melodie von „Pink Panther“, steht auch für die neue Gelassenheit des Paares und ihres Trainers Ingo Steuer. „Die Grundstimmung ist positiv“, sagt Szolkowy. „Dieser enorme Druck ist weg“, sagt Trainer Steuer.

Der Tunnelblick zur olympischen Goldmedaille, dieser Druck hatte das Chemnitzer Trio überfordert. Nur Gold durfte es sein in Vancouver. Es wurde Bronze, weil sie dem eigenen Druck nicht standgehalten hatten. Es war die Summe vieler kleinerer Fehler. Oder wie es Sawtschenko sagte: „Viele kleine Mäuse sind zum Elefanten geworden. Aber einen Elefanten kann man nicht schnell wieder zu einer Maus machen.“ Sie lacht.

Dabei ist es der Schlüsselsatz für das Trio. „Dieses Tempo können wir nicht mehr machen“, sagt Steuer. „Heute treffen wir uns, weil wir Spaß an der Arbeit haben.“ Auch Szolkowy musste ihn erst entdecken, diesen Spaß. In Vancouver noch hätte er am liebsten geheult. „Mein Gefühl war: Wir haben versagt.“ Jetzt denkt er nicht, dass er seine Karriere schon verbockt hat.

Jetzt lassen sie die wenig bedeutende Nebelhorn-Trophy aus. Stattdessen üben sie mit mehr Zeit und Ruhe neue Elemente ein. „In der vergangenen Saison haben wir ja nichts Neues entwickelt“, sagt Sawtschenko, „wir haben nur unsere zwei Jahre alten Elemente geklaut.“

Details der neuen Elemente verschweigt die gebürtige Ukrainerin lieber, die Konkurrenz soll ja nicht alles wissen. Aber vieles sei neu: die Elemente, die Musik, die Kostüme und eben die größere Gelassenheit. Zum Kurzprogramm lassen sie jetzt ein russisches Volkslied spielen: „Korobuschka“, modern, schnell. Sawtschenko und Szolkowy mussten erst reif werden für dieses Lied. Jetzt erst passt es zu ihrer Grundeinstellung.

Nur Szolkowy blickt ein bisschen ernster als seine Partnerin. „Pink Panther“, damit hatte er anfangs Probleme. „Ich war mir unsicher, wie man eine eher lustige Musik optimal aufs Eis bringt.“ Und so richtig habe er das Gespür dafür noch nicht gefunden. Denn: „Die Zuschauer sollen ja nicht auf dem Boden liegen und sich vor Lachen den Bauch halten.“

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