Sport : „Blöd und traurig“

Warum drei Berliner Hockeyklubs in die Zweite Liga absteigen

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Berlin. Es war kein besonders angenehmer Abend, den Oliver Holm am Sonntag mit seiner Freundin Heike Golenia verbracht hat. Irgendwann kamen sie auf das unvermeidliche Thema zu sprechen. „Wir haben noch mal über die Saison geredet“, sagt Holm. Eine Saison, die eigentlich den erwarteten Verlauf genommen hatte und trotzdem eine große Enttäuschung war. Holm ist als Trainer mit den Hockey-Damen von Zehlendorf 88 als Letzter aus der Bundesliga abgestiegen, Golenia mit TuS Lichterfelde als Vorletzter – und beide mit deutlichem Abstand. Dass es „so traurig und so blöd“ ausgehen würde, das hatte Holm nicht gedacht.

Ganze sechs Tore haben die Zehlendorferinnen in 14 Spielen geschossen, erst im elften gelang ihnen der erste und einzige Saisonsieg. „Das ist einfach zu wenig“, sagt Holm. Die Lichterfelder konnten ebenfalls nur einmal gewinnen, am ersten Spieltag war das – gegen den Aufsteiger aus Zehlendorf. Nach dem deutlichen 4:0, „da waren wir noch recht zuversichtlich“, sagt Heike Golenia. Anders als die Zehlendorferinnen: „Uns war von vornherein klar, dass wir absteigen werden“, sagt Holm, der Z 88 bereits im fünften Jahr trainiert und dies auch in der nächsten Saison tun will. „Die Zweite Liga ist die, wo wir leistungsmäßig hingehören.“

Auch die Herren vom Berliner HC werden im nächsten Jahr wohl nur noch zweitklassig sein. Die Mannschaft ist mit ebenfalls erst einem Saisonsieg Vorletzter in der Gruppe Süd. Und um wenigstens noch die Relegation zu erreichen, müsste der BHC die drei noch ausstehenden Begegnungen gewinnen und die Konkurrenz zugleich alle Spiele verlieren. Das ist ziemlich unrealistisch. Von den vier Berliner Hockey-Bundesligisten in dieser Saison wären damit in der nächsten nur noch die Damen des BHC erstklassig, die sich als Erster der Gruppe Süd für die neue eingleisige Bundesliga qualifiziert haben. Sie spielen am Sonntag im Viertelfinale gegen den Club Raffelberg.

Heike Golenia vom TuS Lichterfelde hat am Ende der enttäuschenden Saison festgestellt, „dass die meisten froh waren, dass es endlich vorbei ist“. Der Abstieg stand bereits seit dem vergangenen Wochenende fest. Immerhin hat die 24-Jährige ein historisches Tor geschossen – das letzte für TusLi in der Bundesliga. Beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt verwandelte sie in letzter Sekunde eine Strafecke für die Lichterfelder. Danach war Schluss. „Das hatte nicht mehr so viel Sinn“, sagt Heike Golenia. Stefan Hermanns

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