Sport : Blond und erfolgreich

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Martín E. Hiller über Anna Kurnikowas Konkurrenz aus Osteuropa

Es haben sich in den vergangenen Jahren die Gespräche zwischen Centre Court und Hundekehlesee nicht immer nur über Vorhand, Serve and Volley und Topspin gedreht. Gegenstand vieler Unterhaltungen war ein blonder Zopf. Der gehörte zu einer sportlich eher mäßig erfolgreichen Tennisspielerin, deren in den Klatschspalten seinen Stammplatz so sicher hatte wie Shawne Bohrer-Fielding und Jenny Elvers. Anna Kurnikowa war ein Tennisstar, ohne so richtig Tennis zu spielen. In Berlin ist sie regelmäßig in den ersten Runden ausgeschieden. In diesem Jahr fehlt sie in Berlin und ist doch allgenwärtig mit einer Klage gegen gefälschte Nacktfotos. Tennis? Nun ja. Beim Turnier in Warschau hat sie am Dienstag in der ersten Runde gegen eine gewisse Swetlana Kusnetsowa aufgegeben.

Das an äußeren Werten intressierte Publikum kommt auch im Mai 2002 nicht zu kurz. Das liegt an den anderen -ovas oder -owas. Die Spielerinnen aus Osteuropa treten inzwischen nicht weniger extravagant auf als der russische Popstar Kurnikowa. Ein Ring im Nabel hier, ein bauchfreies Tennistop dort - die Bedan-, Hantuch-, Tuljagan-, Pan- und sonstigen -ovas oder -owas müssen sich längst nicht mehr hinter der Vorreiterin des körperbetonten Spiels verstecken. Die Modellathletin von heute zeichnet sich nicht nur durch schlagstarkes Grundlinienspiel, sondern zumindest auch noch durch hellblondes oder hellblondiertes Haar und ein Gewicht diesseits der 50 Kilogramm aus.

Doch die Spielerinnen aus Osteuropa fallen nicht nur durch extravaganten Stil auf. Zum Beispiel Anna Smashnova,eine gebürtige Weißrussin mit israelischem Pass. In Berlin schaffte sie es bis ins Halbfinale. Dort sollte sie gestern auf Serena Williams treffen, was der Regen zunächst verhinderte. Eine schwere Aufgabe, zu schwere Aufgabe für Anna Smashnova. Für die letzte -ova im Turnier war nach 71 Minuten Schluss. Und das lag nicht nur daran, dass Serena Willams inzwischen auch blond ist.

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