Sport : Bloß kein Risiko

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Sapporo (dpa). „Vorsicht“ ist das Lieblingswort von Giovanni Trapattoni vor dem Auftaktspiel des dreimaligen Weltmeisters Italien gegen WM-Neuling Ekuador. „Wir wollen Weltmeister werden, da geht man kein Risiko ein“, antwortet der Nationaltrainer, wenn er auf die defensive Aufstellung des Favoriten angesprochen wird. Italien bietet am Montag in Sapporo (13 Uhr 30 MESZ) mit Christian Vieri und Francesco Totti nur zwei Angreifer auf. Nach Frankreichs Auftaktniederlage warnt Trapattoni davor, den Außenseiter zu unterschätzen, der in der Qualifikation sogar den viermaligen Weltmeister Brasilien hinter sich ließ.

Der ehemalige Trainer des FC Bayern fürchtet bei Ekuador vor allem den Rechtsaußen Ulises de La Cruz von Hibernian Edinburgh. „Er ist sehr schnell“, warnt auch Italiens Kapitän Paolo Maldini. Der 26-Jährige ist neben Southamptons Stürmerstar Agustin Delgado der einzige Europa-Legionär des Teams, dessen wichtigster Mann Rekord-Nationalspieler Alex Aguinaga im Mittelfeld ist. Trapattonis Respekt schmeichelt Trainer Hernan Dario Gomez, der Ekuadors WM-Premiere gelassen entgegensieht. Dass sein Team gleich zum Auftakt auf einen der WM-Favoriten trifft, sei kein Nachteil. „Auf einer Party will man auch sofort mit der Schönsten tanzen“, sagte der Kolumbianer.

Trapattoni will vor allem möglichst lange bei dieser WM tanzen und deshalb eine Auftaktniederlage auf jeden Fall verhindern. Die ohnehin als „beste Abwehrkette der Welt“ gepriesene Defensivabteilung mit den Weltklassespielern Cannavaro, Nesta und Maldini verstärkt rechts Christian Panucci. Einen Rückfall in dunkelste Zeiten des Catenaccio soll es aber nicht geben. Vorne aber begnügt Trapattoni sich mit Christian Vieri und dem eigentlich als Spielmacher vorgesehenen Francesco Totti.

Eine kleine Meuterei vor dem ersten Spiel schlug Trapattoni nieder. „Wir können nicht schon vor dem Start alles kaputtmachen“, sagte er und mahnte bei den Stürmern jenen Teamgeist an, der Italien bei der EM 2000 bis ins Finale gegen Frankreich gebracht hatte. Denn diesmal fordert ganz Italien den Titel.

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