Sport : Blumenstrauß und Händedruck Ottmar Hitzfeld nimmt Abschied vom FC Bayern

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München Das letzte Spiel auf der Bayern-Bank ist für Ottmar Hitzfeld ein richtiges Endspiel: Seine Mannschaft muss gegen den SC Freiburg unbedingt gewinnen, um sich direkt für die Champions League zu qualifizieren. Denn sonst könnten ausgerechnet der VfB Stuttgart und Felix Magath, der ab 1. Juli die Nachfolge von Hitzfeld antritt, die Bayern noch von Platz zwei verdrängen. Und selbst Bayer Leverkusen, am letzten Spieltag Gegner der Stuttgarter, hat noch Chancen auf den zweiten Platz.

Doch selbst wenn Hitzfeld heute Sieger bleibt, wird die Freude über die Vizemeisterschaft in München nicht sonderlich groß sein. „Ohne Titel kann man nicht überleben bei Bayern München“, musste Hitzfeld feststellen. Er hat 2001 den Weltpokal und die Champions League gewonnen, er wurde viermal Meister und holte zweimal den DFB-Pokal. Er führte die Bayern zurück in die europäische Spitze. Und dennoch wird er am Ende dieser Saison durch Felix Magath ersetzt.

Hitzfelds Mannschaftsführung ging zum Schluss nicht mehr gut, als Topstars wie Oliver Kahn oder Michael Ballack immer häufiger schwächelten. Der Erfolg und der Fußball litten zudem entscheidend unter dem Ausfall kreativer Spieler. „Mit Mehmet Scholl und Sebastian Deisler hätten wir einen ganz anderen Fußball gespielt“, sagte Hitzfeld.

Franz Beckenbauer nahm den Trainer zum Abschied in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung in Schutz. „Die Spieler haben ein ganzes Jahr lang ihren Beruf nur mangelhaft ausgeübt und den Trainer im Stich gelassen“, sagte der Bayern-Präsident: „Ich bin sehr gespannt, ob sie Ottmar Hitzfeld am Samstag wieder im Regen stehen lassen.“ Wie es auch ausgehen wird, ganz so bescheiden wie Hitzfeld es sich scherzhaft ausmalte, wird der Abschied dann wohl doch nicht ablaufen: „Ein Händedruck – und vielleicht reicht es noch für einen Blumenstrauß.“Tsp

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