Sport : Blutdoping: Biathleten im Visier

Wien - In der möglichen Dopingaffäre um die Wiener Blutbank „Humanplasma“ gibt es immer konkretere Vorwürfe. Nach einer Meldung der ARD sollen 30 Sportler Kunden bei der Firma gewesen sein. Rund zwei Drittel der Athleten, die illegal Bluttransfusionen vorgenommen haben sollen, stammen angeblich aus Deutschland. Laut ARD handele es sich „um Biathleten und Skilangläufer, die zum Teil zur Weltspitze gehören“. Namentlich als Kunden nannte der Sender aber nur Radprofis. So sollen Michael Rasmussen (Dänemark), der von der Tour de France ausgeschlossen worden war, der Niederländer Michael Boogerd und der zweimalige Vuelta-Gewinner Denis Mentschow (Russland) in dem Labor Blutdoping vorgenommen haben. Das Wiederzuführen von eigenem Blut erhöht die Ausdauerleistung und ist kaum nachweisbar.

Wie berichtet, ermittelt Österreichs Innenministerium, nachdem die Welt-Anti- Doping-Agentur auf möglicherweise illegale Praktiken bei „Humanplasma“ hingewiesen hatte. Das Labor wies auch am Dienstag alle Vorwürfe zurück. Der Deutsche Skiverband teilte mit, er habe „keinerlei Anhaltspunkte und keinerlei Namen“. Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang sagte: „Das ist ein ähnlicher Stand wie in der vergangenen Woche.“ Bei einer Razzia der italienischen Polizei bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin waren im österreichischen Quartier Instrumente zum Blutdoping gefunden worden. Nach Informationen des Tagesspiegel fanden sich auch Hinweise auf einen Handel mit Dopingmitteln und Ausrüstungsgegenständen in Österreich. Tsp/dpa

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