• Blutgrätschen und versteckte Fouls: Wie der DFB mit den Fällen Andreasen, Naldo und Atouba umgeht

Blutgrätschen und versteckte Fouls : Wie der DFB mit den Fällen Andreasen, Naldo und Atouba umgeht

Die Diskussion um überharte Fouls in der Bundesliga ist voll entbrannt - die Raubeine der Liga zittern. Der DFB hat heute über die Übeltäter des vergangenen Wochenendes entschieden.

Naldo
Unschuldslamm? Der DFB hat kein Verfahren gegen den Bremer Naldo eingeleitet. -Foto: ddp

Frankfurt/Main Fußball-Bundesligist Werder Bremen muss in den kommenden drei Spielen ohne Mittelfeldspieler Leon Andreasen auskommen, kann aber weiter mit dem Brasilianer Naldo planen. Der Däne wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Ein Ermittlungsverfahren des DFB-Kontrollausschusses gegen Naldo wurde aber nicht eingeleitet, teilte der Verband mit. Der Verteidiger steht den Norddeutschen damit am Samstag im Heimspiel gegen Meister VfB Stuttgart zur Verfügung.

Ausschlaggebend für den Verzicht auf ein Verfahren gegen Naldo war nach Aussage des DFB-Kontrollausschussvorsitzenden Horst Hilpert die Befragung von Schiedsrichter Peter Sippel. Der Unparteiische aus München hatte angegeben, den Tritt des Bremers auf den Oberschenkel von Dortmunds Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski gesehen, "aber als einen normalen Schritt und Bewegungsablauf bewertet" zu haben. Auch sein Assistent habe ihm kein Vergehen Naldos angezeigt. Nach DFB-Angaben liegt damit eine "negative Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters" vor, die eine sportgerichtliche Ahndung als krass sportwidriges Verhalten nicht zulässt.

Werder akzeptiert Andreasen-Sperre

Andreasen war bei der 0:3-Niederlage der Bremer am Freitag von Sippel in der 80. Minute des Feldes verwiesen worden. Der Mittelfeldspieler hatte dem Dortmunder Marc-André Kruska absichtlich von hinten in die Füße getreten. Sowohl der Däne als auch sein Verein haben das Strafmaß akzeptiert. Das Urteil ist rechtskräftig.

Unterdessen müssen sich am Donnerstag (12 Uhr) der Frankfurter Albert Streit und Thimothee Atouba vom Hamburger SV vor dem DFB-Kontrollausschuss verantworten. Hilpert beantragte wegen der Vorfälle im Bundesliga-Spiel der Clubs vom Samstag eine mündliche Verhandlung in der Verbandszentrale in Frankfurt/Main. Die Spieler werden sowohl als Angeklagte als auch als Zeugen auftreten. Der Kontrollausschuss kann gegen beide Spieler ermitteln, da Referee Manuel Gräfe bei der Befragung durch Hilpert mitteilte, er habe die im Fernsehen sichtbaren Handlungen von Streit und Atouba nicht gesehen. Deswegen ist nach der ständigen DFB-Rechtsprechung eine Anklage wegen krass sportwidrigen Verhaltens zulässig. (mit dpa)

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