Sport : Blutig optimistisch

Trotz des 1:2 bei Inter Mailand rechnet sich der FC Chelsea in der Champions League einiges aus

Mailand - Mit blutender Stirn verließ Michael Ballack den Mailänder Rasen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft musste sich mit seinem FC Chelsea im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Inter Mailand unglücklich mit 1:2 geschlagen geben. Seinen Traum vom ersten Finalsieg muss der Deutsche aber längst noch nicht aufgeben. Mit ihrem Heimvorteil im Rücken an der Stamford Bridge haben die „Blues“ im Rückspiel am 16. März gute Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale. „Ich bin optimistisch“, sagte Chelseas Trainer Carlo Ancelotti hinterher und machte nicht nur seinem Mittelfeldstar Ballack Mut.

Auch Frank Lampard betonte: „Wir haben eine gute Chance.“ Die Niederlage in der ersten Runde des Duells gegen seinen Vorgänger José Mourinho nahm Acelotti trotz umstrittener Schiedsrichter-Entscheidungen mit stoischer Gelassenheit. „Das Resultat ist weder besonders positiv, noch besonders schlecht“, sagte der ehemalige Coach des AC Mailand.

Diego Milito hatte Italiens Meister und Tabellenprimus am Mittwochabend im ausverkauften Giuseppe-Meazza-Stadion bereits in der 3. Spielminute in Führung gebracht. Nach Salomon Kalous Ausgleich zu Beginn der zweiten Hälfte sicherte nur fünf Minuten später Esteban Cambiasso mit seinem Tor zum 2:1 den Sieg Inters. „Wir sind zufrieden mit dem Resultat“, sagte der Brasilianer Lucio, der von den Mailändern mit Sprchchören gefeierte wurde.

„Mourinho piesackt Chelsea“, schrieb der „Daily Mirror“ am Donnerstag. „Wir haben unverdient verloren, hatten das Spiel 90 Minuten lang im Griff“, sagte Ancelotti. Selbst die nicht gegebenen Elfmeter für Ivanovic und Kalou brachten Ancelotti nicht aus der Ruhe: „Wir hätten zwei Elfmeter bekommen müssen, aber Manuel Mejuto Gonzalez ist ein sehr guter Schiedsrichter. Mehr ist dazu nicht zu sagen!“ Englands Gazzetten blieben nicht so gelassen: „Wut! Der Schiri verhilft Inter zum Sieg“, schimpfte „The Sun“.

Ausnahmsweise hielt sich José Mourinho zurück. Der Portugiese gab sogar Walter Samuels Foul im Strafraum an Kalou kurz vor der Pause zu: „Das war ein Elfmeter“, räumte Mourinho ein, von einer Überlegenheit der Gäste wollte er aber nichts wissen: „Jetzt liegen wir vorn. Heute haben sie kapiert, dass Inter ein großartiges Team ist“, posaunte Mourinho.

Italiens Sportzeitungen stimmten am Donnerstag in seine Lobeshymne ein: „Grande Inter“, titelte der „Corriere dello Sport“, „Inter genießt den Euro-Tango“, schrieb „Tuttosport“.

Für Chelsea und den Kapitän der Nationalmannschaft gab es nur Spott: „Wo war Ballack?“, fragte die „Gazzetta dello Sport“. Anders als in England und Deutschland bekam Ballack in Italien sehr schwache Kritiken. Dabei spielte er vor allem in der ersten Halbzeit gut, obwohl er einiges einstecken musste. Thiago Motta trat ihn in der zehnten Minute mit dem Schuh ins Gesicht. Trotz einer blutenden Platzwunde spielte Ballack weiter. Er und seine Teamkollegen bissen sich jedoch vor allem am früheren Bayern-Spieler Lucio die Zähne aus. „Lucio war unüberwindbar wie eine Mauer“, notierte die „Gazzetta dello Sport“. dpa

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