Bob : Deutscher Doppelerfolg in Königssee

Zweierbob-Pilot André Lange hat den letzten Weltcup der Saison gewonnen. Der Amerikaner Steven Holcomb sicherte sich mit seinem Anschieber Brock Kreitzburg erstmals in seiner Karriere die Weltcup-Gesamtwertung.

Königssee - Bei seinem ersten Sieg im kleinen Schlitten auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt in Königssee verwies der Oberhofer Weltmeister André Lange mit Anschieber Kevin Kuske in 1:39,13 Minuten die Oberbärenburger Matthias Höpfner/Andreas Porth mit 7/100 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritte wurden die Kanadier Pierre Lueders/David Bisset vor Steven Holcomb. Der Amerikaner gewann mit seinem Anschieber Brock Kreitzburg damit zum ersten Mal die Weltcup-Gesamtwertung im Zweierbob.

In der Gesamtwertung setzte sich Holcomb gegen den punktgleichen Lueders (beide 660 Zähler) dank zweier Saisonsiege durch. Lueders hatte nur einen Weltcup-Sieg in diesem Winter. Der drittplatzierte Doppel-Olympiasieger Lange (565 Zähler) kam in der Endabrechnung sogar auf fünf Saisonsiege, wurde aber in Cesana wegen eines zu leichten Bobs disqualifiziert. Igls hatte er für eine optimale WM-Vorbereitung abgesagt. "Wenn das Malheur in Cesana nicht passiert wäre, hätte es ja noch gereicht", meinte Bundestrainer Carsten Embach. Sportdirektor Stefan Krauß vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) meinte: "André ist Weltmeister - nur das zählt."

Lange: Manko ausgemerzt

Für Lange war der Erfolg auf der nicht so geliebten bayerischen Bahn viel Wert. "Jetzt haben wir dieses Manko auch im Griff und ausgemerzt. Nach dem ersten Lauf war ich noch nicht so optimistisch, doch es war von der Zeit her noch viel zu früh am Morgen", sagte Lange, während sein Bremser Kuske betonte: "Nach der Weltmeisterschaft war es nicht einfach, sich noch mal zu sammeln und Spannung aufzubauen."

Zufrieden mit Platz zwei war Matthias Höpfner, der bei den Saisonhöhepunkten EM und WM gestürzt war: "Schade, dass die Saison jetzt vorbei ist, wo es bei mir gerade richtig läuft. Es war ein fantastischer Tag, so kann es in der neuen Saison weitergehen." Lokalmatador Karl Angerer war nicht so glücklich. "Es ist ärgerlich, mal ist etwas am Start, mal am Bob und dann wieder einige Fehler in der Eisrinne so wie heute. Platz fünf im Weltcup hört sich zwar gut an, doch mit einer sauberen Leistung wäre hier in Königssee mehr drin gewesen", sagte Angerer. (Von Frank Kastner, dpa)

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