Sport : Bobsport: Eine Fußballerin schiebt den Bob an

Aussortiert, gescheitert und nun die deutsche Nummers eins: Susi Erdmann vom WSV Königssee rast in der am Sonntag beginnenden Bob-Saison als größte Hoffnungsträgerin des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) durch die Kunsteisrinnen. Mit neuem Team, besserem Material und guter Laune ist Erdmann auf die internationale Bühne zurückgekehrt, nachdem sie im vergangen Winter nach dem unfreiwilligen Abschied aus dem Rodel-Team auch noch die Qualifikation für die Bob-WM verpasst hatte.

Eines macht der 32 Jahre alten Erdmann allerdings zu schaffen: Weltmeisterin Kathleen Hering, aus dem Schlitten von Gabi Kohlisch verpflichtet, fällt als Anschieberin wegen anhaltender Rückenbeschwerden mehrere Wochen aus. Beim Europacup in Innsbruck-Igls sowie im Weltcup ab nächster Woche steht die 27 Jahre alte Fußballerin Tanja Hees als Ersatz bereit.

"Ich habe ein Lehrjahr hinter mir, ich musste mir erst das Umfeld schaffen", sagt Susi Erdmann. "Jetzt will ich zur WM und nächste Saison zu den Olympischen Spielen." Den Angriff auf die Weltspitze bereitete sie mit Ehrgeiz und Sorgfalt vor. Ein Materialkurs beim Schlittenexperten, tägliches Basteln am Gerät - nichts überlässt die Rodel-Weltmeisterin von 1989, 1991 und 1997 mehr dem Zufall. Nach dem Umzug von München nach Berchtesgaden wohnt sie nun sozusagen auch in Bahnnähe - auch eine ideale Voraussetzung für eine vierte Olympia-Teilnahme. In der Medaillensammlung fehlt nach Bronze (1992) und Silber (1994) eigentlich nur noch Gold.

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