Sport : Bochum besiegt Hannover 2:0 und verlässt die Abstiegsplätze

-

Theofanis Gekas, der griechische Stürmer des VfL Bochum, gehört zu den wenigen festen Größen in einer Fußball-Rechnung mit vielen Unbekannten. Der Torjäger hatte wieder großen Anteil am 2:0 (2:0)-Sieg über Hannover 96, mit dem seine Mannschaft die Abstiegsränge verlassen konnte. Zehn Minuten vor der Pause nutzte Gekas einen präzisen Pass seines Mitstreiters Christoph Dabrowski zum Führungstreffer. Wenig später baute Joel Epalle den Vorsprung aus. Mit nun vierzehn Treffern setzte sich Gekas alleine an die Spitze der Torschützenliste, in den zurückliegenden sechs Begegnungen traf er siebenmal.

Zuweilen heißt es, der griechische Nationalspieler sei die Lebensversicherung des chronisch gefährdeten VfL. Doch das Bild ist ein wenig schief. Einen Klub, der so viele Schadenfälle, sprich Abstiege melden musste, würde vermutlich niemand mehr versichern. Doch dank Gekas bleiben die Bochumer im aktuellen Abstiegskampf ein Kandidat mit Chancen. „Wir sind über den Strich gerutscht und müssen uns dort jetzt festbeißen“, sagte Trainer Marcel Koller. Mit allzu großem Lob hielt er sich zurück – aus pädagogischen Gründen. Er könne die Spieler nach einem Sieg „nicht nur loben, sonst fliegen alle durch den Raum“. Das Gefühl der Schwerelosigkeit ist den Bochumern schon öfters nicht gut bekommen. „Wir dürfen jetzt nicht wieder in Selbstzufriedenheit verfallen, sonst kriegen wir in Leverkusen wieder eins auf die Fresse“, sagte Koller.

Nur „mit dem Messer am Hals“, wie Koller es ausdrückte, bringt der VfL genug Widerstandskraft auf. Andererseits ist es für Bochum ein Vorteil, dass die Mannschaft von Anfang an wusste, in welcher Tabellenregion sie ihren Stammplatz haben würde. Gegen Hannover habe die Mannschaft gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen könne, sagte Koller. Die Niedersachsen hingegen räumten ein, dass sie für die Teilnahme am Uefa-Pokal doch nicht Frage kommen. „Das ist nach diesem Spiel abgehakt“, sagte Torhüter Robert Enke. 65 Prozent Ballbesitz bedeuteten eine Scheinüberlegenheit. Dieser Wert dokumentiere nur, dass seine Elf „an Harmlosigkeit nicht zu überbieten war“, sagte Trainer Dieter Hecking.

Während Hannover nun ohne große Chancen, aber auch ohne große Ziele die Saison zu Ende bringen muss, sind die Bochumer nicht nur um ein Stück Hoffnung reicher: Neben der Sorge um den Verbleib in der Liga drückt sie die Sorge um den Verbleib von Gekas in Bochum. Falls der VfL den Abstieg verhindert, besitzt er eine Kaufoption für den Stürmer, der noch Panathinaikos Athen gehört.

0 Kommentare

Neuester Kommentar