Sport : Bochum: Die Bayern kommen - na und!

Bochum liegt im Fußball-Fieber. Nach dem überraschenden 1:0 des frechen Aufsteigers in Kaiserslautern kommt der FC Bayern München zu einem "Top-Spiel". Und alles ist für ein großes Fußball-Fest angerichtet: Der für 350 000 Mark neu verlegte Rasen präsentiert sich vor dem Heimspiel der oft als "graue Mäuse" verspotteten Revier-Elf gegen die "Roten Riesen" als perfekter grüner Teppich. Am mit 31 654 Zuschauern seit Wochen ausverkauften Ruhrstadion wird noch eifrig gewerkelt und gehämmert. Das neue VIP-Zelt steht und soll rund 400 prominenten Gästen ein gepflegtes Ambiente bieten. Und auch die sportlichen Vorzeichen stimmen. Nach dem Drei-Punkte-Gewinn auf dem "Betzenberg" hofft der VfL auch gegen den deutschen Meister auf ein Erfolgserlebnis.

"Wir hätten drei Mal so viel Karten verkaufen können", beschrieb Manager Klaus Hilpert die Vorfreude auf das erste Bundesliga-Heimspiel seit mehr als zwei Jahren. Trotz der Euphorie im Umfeld bemüht sich Trainer Ralf Zumdick um Sachlichkeit und Realitätssinn. "Es geht um Fußball und um drei Punkte. Darum wollen wir mitspielen", sagte der 42-Jährige vor dem Duell gegen den seit Wochen in überragender Frühform spielenden Titelverteidiger: "Jeder weiß, wie stark die Bayern sind. Wir auch." Dennoch will er das Spiel seiner Elf nicht nach dem Gegner, sondern an den Stärken des eigenen Teams ausrichten. In erster Linie ginge es darum, den "positiven Trend fortzusetzen" und die Leute mit begeisterndem Fußball zurückzugewinnen. "Nach dem Abstieg vor einem Jahr ist für uns immer noch Wiedergutmachung angesagt", so Zumdick.

Der Bochumer Coach hofft darauf, dass seine Elf den Münchnern Paroli bieten kann: "Immer Bayern, Bayern - ich habe meinen Spielern nicht verboten, selber die Akzente zu setzen. Warum sollten wir nicht gewinnen?" Die Hoffnungen des VfL, der seit 15 Jahren nicht mehr gegen die Bayern gewann, ruhen vor allem auf dem Offensiv-Quartett mit Peter Peschel, der seinen Vertrag bis 2003 verlängerte, Yildiray Bastürk, Delron Buckley und Achim Weber. Hinten soll die neu formierte Vierer-Abwehrkette den Angriffswirbel der Bayern-Stürmer Mehmet Scholl, Alexander Zickler und Carsten Jancker bremsen, die mit ihren Gala-Auftritten im Trikot der Nationalmannschaft beim 4:1 über Spanien weiteres Selbstvertrauen tankten.

Ottmar Hitzfeld lässt aber keinen Zweifel an seiner Absicht: "Wir wollen einen guten Start hinlegen und drei Punkte mitnehmen."

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