Sport : Bochum greift an

Eine Woche nach dem Sieg gegen Schalke schlägt der VfL auch Borussia Dortmund

Richard Leipold

Bochum. Der VfL Bochum arbeitet unverdrossen daran, die erste Kraft im westfälischen Fußballrevier zu werden. Die beiden unmittelbaren Vergleiche mit den beiden großen Nachbarn sprechen für den Außenseiter, der seit sieben Spieltagen ungeschlagen ist und als Tabellensechster nur noch einen Punkt hinter Borussia Dortmund liegt. Eine Woche nach dem Auswärtssieg gegen Schalke gewannen die Bochumer gegen Borussia Dortmund 3:0. „Wir haben unseren Fans zwei unglaubliche Wochenenden präsentieren dürfen“, sagte Peter Neururer, der Trainer des VfL. Sein Kollege Matthias Sammer sah den BVB „in der Realität angekommen“. Die Dortmunder hatten zuvor acht von neun Pflichtspielen für sich entschieden.

Der Bochumer Vahid Hashemian brachte mit seinem Führungstreffer beide Teams früh in Schwung. Der Iraner köpfte eine Flanke von Philipp Bönig aus kurzer Entfernung ins Tor (7. Minute). Hashemians Freiheit im Strafraum war grenzenlos, und Sammer schimpfte, es könne „nicht sein, dass der zentralste Spieler völlig frei gelassen wird“. Der BVB reagierte offensiv auf den Rückstand. Ewerthon, Ricken und Koller wussten ihre Chancen aber nicht zu nutzen. Die größte Möglichkeit bot Bochums Torhüter Rein van Duijnhoven den Borussen, als er beim Freistoß das eigene Tor aus dem Auge verlor. Als der Holländer noch damit beschäftigt war, seinen Vorderleuten ihre Plätze zuzuweisen, führte Ricken einen Freistoß sofort aus, verfehlte aber das leere Tor.

Während die Bochumer sich nach der Führung nicht aus der Reserve locken ließen, wurden die BVB-Profis allmählich hektisch. Nach einem Foul von Thomas Zdebel verlor Mittelfeldspieler Sebastian Kehl die Nerven und trat gegen seinen Widersacher nach. Der Ball war längst außer Reichweite. Schiedsrichter Fröhlich verwies den Dortmunder mit der Roten Karte des Feldes. „Eine blöde Situation“, sagte Sammer später. Besonders weil Kehl beteiligt war. Der Nationalspieler hatte zuletzt beim Ligapokalfinale gegen Hamburg die Beherrschung verloren und seiner Mannschaft anschließend fünf Spiele lange gefehlt.

Die Unruhe auf dem Rasen übertrug sich auf die Bank der Borussen. Sammer wurde vom vierten Offiziellen mehrmals ermahnt und in seine Coaching Zone gewiesen. Kurz nach der Pause bot sich Einwechselspieler Buckley die Chance, den Vorsprung auszubauen. Doch der Südafrikaner scheiterte an Torhüter Weidenfeller. Was Buckley auch in zwei weiteren Versuchen nicht vollbrachte, holte Hashemian in der 56. Minute nach – mit freundlicher Unterstützung der Dortmunder Abwehr, die den Schützen wie beim ersten Tor im Fünfmeterraum ungestört gewähren ließ; auch Weidenfeller machte keine gute Figur. Er hatte alle Zeit, sich den Flankenball zu greifen, der lange in der Luft war. In Unterzahl vermochte der BVB dem Bochumer Ansturm nichts mehr entgegenzusetzen. Sunday Oliseh, vor einem Jahr noch bei der Borussia angestellt, erhöhte mit einem Freistoß auf 3:0 (79.). Außer dem Spiel verloren die Dortmunder auch noch Kapitän Dédé, der mit einer Sprunggelenksverletzung vom Platz humpelte.

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