• Bochum - Hertha: "Ich wehre mich gegen diesen Pessimismus" - Ralf Zumdick im Interview

Sport : Bochum - Hertha: "Ich wehre mich gegen diesen Pessimismus" - Ralf Zumdick im Interview

Herr Zumdick[Was fällt Ihnen zum Thema Dariu]

Ralf Zumdick (42) stand 282 Mal für Bochum im Tor. 1993 wurde er dort Trainerassistent und 1999, einen Tag nach Weihnachten, Cheftrainer.

Herr Zumdick, Was fällt Ihnen zum Thema Dariusz Wosz ein?

Ein sehr guter Fußballspieler, der für den VfL Bochum viel geleistet hat und der zurzeit bei Hertha BSC unter Vertrag steht.

Da fühlt er sich nicht mehr besonders wohl. Am Sonnabend spielen Sie mit dem VfL gegen Hertha. Vielleicht unterhalten Sie sich mal mit ihm.

Im Moment stellt sich dieses Thema nicht, Dariusz hat einen gültigen Vertrag. Sonst möchte ich dazu nichts sagen.

Sie haben zurzeit andere Sorgen. Sollten Sie am Sonnabend gegen Hertha verlieren, sieht es für Sie als Trainer nicht besonders gut aus.

Fakt ist: Gegen Hertha müssen drei Punkte her. Damit ist alles gesagt.

Wer sich selbst so leichtsinnig um die Früchte seiner Arbeit bringt wie Ihre Mannschaft beim 2:3 gegen den FC Bayern, der steigt wohl ab.

Das sehe ich anders. Vor dem Spiel haben uns doch alle eine ganz deutliche Niederlage vorausgesagt. Nun haben wir kurz vor Schluss 2:3 verloren, und ich habe eine Mannschaft gesehen, die partout nicht absteigen will.

Trotzdem behaupten immer mehr Kritiker, dass Ihre Mannschaft nicht das Zeug für die Erste Liga hat.

Doch, doch, meine Mannschaft hat dieses Potenzial. Sicherlich fehlt uns als Aufsteiger in spielentscheidenden Situationen bisweilen die Cleverness. Ich hatte gehofft, dass wir mit Beginn des neuen Jahres soweit sein würden. Aber okay, wir haben wieder diese Fehler gemacht, und natürlich wirft uns das zurück. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir die Situation noch in den Griff bekommen. Wir haben Zeit genug, unsere Schwächen abzustellen.

Woher kommt diese Hoffnung?

Gegenfrage: Woher kommt Ihre pessimistische Haltung?! Sie betreiben mit solchen Fragen eine Vorverurteilung. Ich wehre mich vehement dagegen, dass man von außen diesen Pessimismus in die Mannschaft hinein trägt.

Dieser Pessimismus wird durch das Tabellenbild bestätigt.

Die Situation ist klar: Wir sind als Aufsteiger Tabellenletzter, wir sind aber nicht soweit abgeschlagen, dass wir sagen müssten, dass Hopfen und Malz verloren sind. Wir können mit Sicherheit mit den fünf, sechs Mannschaften mithalten, die ebenfalls dort unten in der Tabelle stehen.

Ihnen bleiben 15 Spiele, von denen Sie acht auswärts bestreiten müssen.

Wenn man als Maßstab für unsere viel zitierte Auswärtsschwäche das Spiel in München nimmt, dann können wir doch so schlecht nicht sein, wir haben schließlich bei einem Meisterschaftsaspiranten und dann auch noch sehr unglücklich in der letzten Minute verloren.

Ihr ehemaliger Stürmer Achim Weber hat Sie scharf angegriffen und als "guten Torwarttrainer" bezeichnet. Und er hat behauptet, dass sich Manager Klaus Hilpert in Ihre Aufstellungen einmischt. Das sorgt nicht gerade für gute Stimmung in der Mannschaft.

Wissen Sie, der Achim Weber ist ja nicht von sich aus gegangen, wir haben ihn entlassen. Jetzt tritt er nach und stellt einfach irgendwelche Behauptungen auf. Sie werden also verstehen, dass ich überhaupt keine Lust habe, auf solche Fragen zu antworten.

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