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Böhme übernimmt : Cottbus trennt sich von Schmidt

Zweitliga-Schlusslicht Energie Cottbus wechselt erneut den Trainer - zum zweiten Mal in dieser Saison. Nach dem neunten sieglosen Spiel unter seiner Regie ist Schluss für Cheftrainer Schmidt. Die Rettung scheint aber auch für den Interimstrainer Böhme kaum mehr möglich.

Das war es für den glück- und erfolglosen Stephan Schmidt in Cottbus. Das abgeschlagene Zweitliga-Schlusslicht FC Energie wechselt nach 13 Spielen nacheinander ohne Sieg nochmals den Trainer. Chefcoach Schmidt, der erst vor knapp vier Monaten das Amt von Rudi Bommer übernommen hatte, wurde vom Präsidium des Lausitzer Fußballclubs abgesetzt.

„Nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue gab es intensive Gespräche mit der Vereinsführung. Und unsere gemeinsame Entscheidung ist, dass gegen den FC Kaiserslautern ein anderer Trainer die Verantwortung übernimmt“, sagte Schmidt am Montag. Am Freitag hatten die Lausitzer nach einer vor allem in der ersten Halbzeit desolaten Leistung 2:3 gegen Aue verloren. Zunächst übernimmt der bisherige Assistent Jörg Böhme die Führung des Teams. Der zehnmalige Nationalspieler sollte nach der Trennung von Schmidt bereits das Training leiten.

Nach 22 Spieltagen fehlen Energie bereits acht Punkte auf Relegationsplatz 16 und sogar 13 Zähler auf den rettenden Platz 15. Der Abschied von Schmidt hatte sich nach der blamablen Vorstellung im Ostderby - bereits die sechste Heimniederlage nacheinander - angedeutet. „Das kann ich nicht beantworten, das haben andere zu entscheiden“, hatte Schmidt auf die Frage nach seiner Zukunft geäußert, zugleich aber auf seine Verantwortung für die Mannschaft verwiesen.

Auf seiner zweiten Cheftrainer-Station im Profifußball fehlten dem 37-Jährigen die Erfolge: In neun Spielen gelang mit ihm nur ein Remis, die anderen acht Spiele wurden verloren. „Die Trainerfrage können wir nur beeinflussen, wenn wir Punkte holen - und das tun wir derzeit nicht“, hatte Kapitän und Abwehrspieler Uwe Möhrle nach dem Aue-Spiel erklärt.

Der FC Energie spielt seit 1997 in der 2. Bundesliga, schaffte 2000 und 2006 sogar den Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs. Insgesamt sechs Spielzeiten war Cottbus erstklassig, jetzt steht der Club vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit.

Der letzte Erfolg datiert vom 27. September vergangenen Jahres, als im eigenen Stadion Arminia Bielefeld mit 4:2 geschlagen worden war. Danach folgten die 13 Spiele ohne Sieg. Präsident Ulrich Lepsch, der beruflich derzeit im Ausland weilt, hatte sich telefonisch mit den anderen zwei Präsidiumsmitgliedern und dem Verwaltungsrat nun darauf verständigt, nochmals zu reagieren.

Vize-Weltmeister Böhme (40), der als Profi unter anderen für Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gespielt hatte, war zu Beginn dieses Jahres als Co-Trainer verpflichtet worden und hatte einen Vertrag bis 2015 unterzeichnet. (dpa)

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