Sport : Böhmische Dörfer - Schwindelerregende Dörfer

KGaA, Kommanditisten, Komplementäre - für die Mitglieder von Hertha BSC sind das alles noch böhmische Dörfer - und werden es wohl auch noch lange bleiben. Erst im Frühjahr kommenden Jahres wird es für sie ernst. Dann müssen sie mit ihrer Stimme die erforderliche Satzungsänderung absegnen, die den Weg für die Kommanditgesellschaft auf Aktien frei macht. So wie bei Borussia Dortmund.

Im ICC kochten die Verantwortlichen das Thema noch auf Sparflamme. Zum einen wollten sie den Eindruck vermeiden, die Mitglieder zu überrumpeln. Zum anderen sind noch längst nicht alle wirtschaftlichen und juristischen Eventualitäten abgeklopft. Nicht von ungefähr warnt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Fehrmann vor einem Hauruck-Verfahren. Und wenn Manager Dieter nicht nur Visionen, sondern vor allem das Auseinandersetzen mit der Gegenwart fordert, dann könnte man das auch als Warnung in dieser Richtung verstehen.

Möglicherweise ist den Oberen das Tempo selbst auch ein wenig unheimlich. Vor nicht allzu langer Zeit drohte der Verein noch der Sturz in die Zweitklassigkeit, jetzt jongliert er mit Schwindel erregenden Zahlen. Schon in dieser Saison soll der Umsatz die 100-Millionen-Mark-Grenze erreichen. Noch ist Hertha BSC ein gehöriges Stück von jenen Dimensionen entfernt, die ein FC Bayern vorgibt. Doch der ist schon seit über 20 Jahren mit Erfolg in diesem Geschäft.

Über Herthas wirtschaftlichen Höhenflug könnte man fast das Alltagsgeschäft vergessen. Dazu gehört auch die Bundesliga. Und da muss der Verein erst noch beweisen, dass er zu den ganz Großen gehört. - cc

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