Sport : Bonus und Fluch für Juventus Turin

Für Juventus Turin ist der Zwei-Punkte-Bonus von Schiedsrichters Gnaden vor dem Finale in der italienischen Fußball-Meisterschaft zum erdrückenden Fluch geworden. Nahezu die komplette Fangemeinde auf dem Apennin hofft, dass ausgerechnet der Tabellen-Dreizehnte AC Perugia dem Spitzenreiter und Rekordchampion am Sonntag noch den 26. Meistertitel vermasselt und sympathisiert mit dem vermeintlich um den "Scudetto" betrogenen Verfolger Lazio Rom.

Längst ist das Fernduell um den Titel zwischen Juve und Lazio zum Kampf des reichen, bevorzugten Norden gegen den armen Süden hochstilisiert worden. Roms Heimspiel gegen den auf Rang zehn wie Perugia noch im UI-Cup-Bereich liegenden AC Reggiana ist dabei jedoch zur Nebensache geworden, nachdem sich Schiedsrichter Massimo De Santis mit seiner spektakulären Fehlentscheidung bei Turins 1:0 gegen den AC Parma am vergangenen Sonntag zur Hauptperson in Italiens Meisterschaft "gepfiffen" hatte.

Der Referee erkannte in der 90. Minute einen regulären Treffer für Parma nicht an, so dass Juventus mit zwei Punkten Vorsprung in die letzte Runde gehen kann. Mittlerweile ist De Santis vom Dienst suspendiert, die Turiner Staatsanwaltschaft hat ein Untersuchungsverfahren eingeleitet und ihre Ermittlungen sogar auf De Santis frühere Einsätze im Saisonverlauf ausgeweitet.

Lazios Präsident Sergio Cragnotti witterte "Betrug". Die Tifosi, von denen zuletzt mehr als 1000 vor der römischen Zentrale des Fußball-Verbandes mit Tränengas vertrieben werden mussten, schlossen in ihre Verdächtigungen auch gleich noch die beiden Topklubs Inter und AC Mailand, der Lazio im Vorjahr auch dank Deutschlands Nationalmannschafts-Kapitän Oliver Bierhoff den Titel mit einem Punkt wegschnappte, ein. Milan, das am Sonntag noch um die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation zittern muss, wird nach Ansicht vieler Fans von den Referees mindestens genauso bevorzugt behandelt wie Juventus.

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