Borowski erklärt seinen Rücktritt : Der langsame Abschied hat ein Ende

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Tim Borowski beendet seine Karriere. Der Mittelfeldspieler, der bei Werder Bremen im Sommer keinen neuen Vertrag erhalten hatte, wird von anhaltenden Problemen am rechten Sprunggelenk zu diesem Schritt gezwungen.

Tim Borowski verabschiedet sich am 05.05.2012 von den Fans nach der Bundesligapartie Werder Bremen - FC Schalke 04 im Bremer Weserstadion.
Tim Borowski verabschiedet sich am 05.05.2012 von den Fans nach der Bundesligapartie Werder Bremen - FC Schalke 04 im Bremer...Foto: dpa

Seinen emotionalen Abschied hatte er bereits am 5. Mai. Im ausverkauften Weserstadion wurde Tim Borowski am letzten Spieltag der vergangenen Saison von den Bremer Fans gefeiert. Im Werder-Trikot ging es für ihn nicht mehr weiter, das war schon damals klar. Nun steht endgültig fest, was sich über die Sommermonate angebahnt hatte: Der 32-Jährige muss seine Karriere als Profi-Fußballer beenden.

„Ich hatte eine wunderbare Zeit als Fußballer, in der ich insgesamt viele schöne, emotionale Momente erlebt habe. Das nehme ich für immer mit“, wird der Mittelfeldspieler auf der Internetseite von Werder Bremen zitiert - und die meisten in grün und weiß. Bereits mit 16 Jahren kam der gebürtige Neubrandenburger in die Nachwuchsabteilung an die Weser. Bis zu seinem Debüt bei den Profis sollte es allerdings noch ein paar Jahre dauern: Am 18. Mai 2001 wurde er bei der 1:3-Heimniederlage gegen TSV 1860 München für Fabian Ernst eingewechselt - der Beginn einer großen Karriere.

Bis 2008 hielt Borowski Werder die Treue, ehe er - wie so viele Bremer vor ihm - dem Lockruf des großen FC Bayern folgte. Doch an der Säbener Straße wurde der introvertierte Mittelfeldspieler nicht glücklich und kam unter dem erfolglosen Trainer Jürgen Klinsmann in einer unruhigen Zeit nur selten über die Rolle als Reservist hinaus. Nach nur einer Saison - ohne Titel - kehrte er zurück nach Bremen.

Dorthin, wo er seine sportlich größten Erfolge bereits gefeiert haben sollte: Mit Werder erlebte Borowski in der Saison 2003/04 mit dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal, wo er zwei Tore beim 3:2-Finalsieg
gegen Aachen beisteuerte, sein bestes Jahr. Es waren die einzig großen Titel die dem 1,94 Meter großen Profi vergönnt waren. Seine persönlich beste Saison spielte er zwei Jahre später, als er in 31 Spielen zehn Tore erzielte und elf vorbereitete.

Eine Leistung, die ihm auch sein Ticket für die Heim-WM 2006 sicherte, bei der er, erneut unter Trainer Klinsmann, regelmäßig spielte. Borowski absolvierte zwischen 2002 und 2008 insgesamt 33 Länderspiele und erzielte zwei Tore im DFB-Dress. Neben dem dritten Platz bei der WM 2006 ist er auch Vize-Europameister 2008.

Nach einer langwierigen Knöchelverletzung ist nun Schluss für Borowski - nach insgesamt 210 Erstligapartien für Werder sowie 26 für den FC Bayern München. In Zukunft wird sich Borowski neuen Aufgaben bei Werder widmen. „Werder ist mein Verein. Mit den Verantwortlichen bin ich derzeit in guten Gesprächen, ich denke in vier Wochen können wir mehr sagen, in welche Richtung es geht“, sagt Borowski. „Bis Januar nehme ich auf jeden Fall eine Auszeit und möchte mich ganz der Familie widmen.“ (dapd)

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