Borussia Dortmund : Abwehrspieler Dede schwer verletzt

Trotz Siegs kann sich der Trainer Jürgen Klopp nicht freuen. Dede fällt lange aus und Petric geht. Dafür kommt aber ein neuer Spieler.

Morten Ritter[dpa]
Dede
Dede verlässt verletzt den Rasen. Am Montag wird er operiert. -Foto: ddp

LeverkusenMit einem historischen Auftaktsieg hat Jürgen Klopp einen gelungenen Einstand gefeiert und das Duell der neuen Trainer gegen Bruno Labbadia gewonnen, doch zwei bittere Personalien trübten Borussia Dortmunds ersten Auswärts-Coup zum Bundesliga-Start
seit 1979.

Ein Wechsel und eine Verletzung

Zum einen erlitt Dede beim 3:2 (2:1) bei Bayer Leverkusen einen Kreuzbandriss im linken Knie und fällt etwa sechs Monate aus. Zum anderen wurde vor der Partie der Transfer von Torjäger Mladen Petric zum Hamburger SV bekannt. "Das sind unerfreuliche Dinge. Es hat uns hart getroffen. Da rückt das Spiel in den Hintergrund", befand Klopp.

Der neue BVB-Coach stand noch unter dem Eindruck der schweren Verletzung seines brasilianischen Abwehrspielers. "Es geht mir gar nicht gut, wenn ich sehe, wie Dede in der Kabine liegt", sagte Klopp. Der beliebte Profi, der sich bei einem Zweikampf das Knie verdrehte und weinend in den Katakomben der Baustelle Bayarena lag, erhielt großen Zuspruch von der Mannschaft. "Alle Spieler waren bei ihm und haben ihn getröstet, aber so einen wie ihn kann man nicht gleichwertig ersetzen", urteilte Mitspieler Mats Hummels. "Sein Ausfall ist ein harter Schlag für uns, weil er ein absoluter Leistungsträger ist", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Neben Dede, der bereits am (morgigen) Montag in Straubing operiert wird, muss der Club künftig auch auf Petric verzichten. Dem Lockruf des HSV, wo er hinter Mittelstürmer Paolo Guerrero mit seinem kroatischen Nationalmannschaftskollegen Ivica Olic die zweite
Angriffsreihe bilden wird, konnte der Torjäger nicht widerstehen.

Im Gegenzug soll Klopps Lieblingsschüler Mohamed Zidan zu den Westfalen wechseln, obendrein gibt es etwa 4,5 Millionen Euro für den BVB, der sich damit eventuell noch in der Offensive verstärken möchte. "Ich habe schon schlechtere Geschäfte gesehen", sagte Klopp über das Tauschgeschäft.

Klopp: "Es war ein sehr, sehr gutes Spiel"

Sportlich verlief das erste Meisterschaftsspiel für die Dortmunder vielversprechend. Durch die Tore von Nelson Valdez (4.), der trotz einer Sprunggelenksblessur auflief, sowie Florian Kringe (37.) und Neuzugang Neven Subotic (49.) sicherte sich die Borussia den ersten Auswärts-Startsieg seit 29 Jahren.

"Es war ein sehr, sehr gutes Spiel und ein spektakulärer Start in die Bundesliga-Saison. Aber ich bin nicht mit allem zufrieden", befand Klopp, der auch den mit einer Risswunde ausgewechselten Torhüter Roman Weidenfeller ersetzen musste (45.+2). Der BVB-Keeper fällt aber voraussichtlich für ein Spiel aus.

Labbadia: "Wir hätten das Spiel nicht verlieren müssen"

Die mit vier Neuzugängen und Ersatztorhüter Benedikt Fernandez angetretenen Leverkusener hielten die Partie zwar bis zum Schluss offen, verpassten aber zu viele Gelegenheiten und mussten sich mit den Treffern von Neuzugang Patrick Helmes (21.) und Stefan Kießling (83.) begnügen. "Es ist sehr ärgerlich, dass wir uns nicht für das gute Spiel belohnen konnten. Die Mannschaft hat sehr viel investiert", befand der neue Bayer-Coach Bruno Labbadia, der neben dem vier Wochen pausierenden Stammkeeper Rene Adler vier weitere Profis ersetzen musste.

"Wir hätten das Spiel nicht verlieren und den Ausgleich machen müssen. Jetzt ist es ein Fehlstart», meinte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes. Die Unachtsamkeiten in der Defensive gaben letztlich den Ausschlag zugunsten der unter Motivator Klopp offenbar erstarkten Gäste. "Wir haben in zwei, drei Szenen nicht schnell genug reagiert. Das haben die Dortmunder sehr gut ausgenutzt und eiskalt die Chancen verwertet", meinte Labbadia. Und ergänzte frustriert: "Das ist unter dem Strich eine große Enttäuschung für uns".

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