Borussia Dortmund : Fehler folgt auf Fehler

Desolate Dortmunder unterliegen mit 0:3 gegen Hamburg und bescheren dem HSV ein Sieg ohne viel Aufwand.

Felix Meininghaus[Dortm]
Doll
Wiedersehen ohne Freude: Dortmunds Trainer Doll kann die Niederlage gegen seinen früheren Klub nicht abwenden. -Foto: dpa

Irgendwann ist immer das erste Mal. Niemals zuvor hatte Thomas Doll als Spieler und später als Trainer gegen seinen geliebten Hamburger SV antreten müssen. Nach der gestrigen Premiere wird sich Doll gewünscht haben, dass dieser Status quo weiter Bestand habe. Mit 0:3 (0:2) unterlagen die von ihm betreuten Dortmunder vor 72 300 Zuschauern dem HSV und boten dabei eine erbärmliche Vorstellung. Von Beginn an wirkten die Gastgeber verunsichert, uninspiriert und leisteten sich zahllose Unzulänglichkeiten.

Eine davon nutzte Paolo Guerrero bereits in der siebten Spielminute zur frühen Hamburger Führung. Nach einem Querschläger von Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller wurde der Peruaner von David Jarolim freigespielt und schob den Ball ins lange Eck. In der Folgezeit kombinierte der HSV flüssig, während die Dortmunder ihren Gegnern hinterherliefen. Wie ein Derwisch hüpfte Doll an der Seitenlinie entlang, um seine Spieler aus der Lethargie wachzurütteln. Vergeblich: Der BVB reihte Fehler an Fehler. Bezeichnenderweise entsprang die einzige Chance der ersten Hälfte einem ruhenden Ball, doch beim Freistoß von Mladen Petric reagierte HSV-Torhüter Frank Rost prächtig.

Auf der anderen Seite ließ der überragende Guerrero den 35-jährigen Christian Wörns wie einen Schüler stehen und bediente HSV-Kapitän Rafael van der Vaart, der sich kurz vor der Pause mit dem 2:0 bedankte. Es war für Hamburgs Spielmacher das fünfte Tor im fünften Spiel in Folge. Mit gellenden Pfiffen entließen die Fans in schwarz-gelb ihre Mannschaft in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel erstarben die vagen Hoffnungen auf Besserung schon nach wenigen Minuten, als Florian Kringe nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah und seine ohnehin schon taumelnde Mannschaft zusätzlich schwächte. „Danach ist es für uns natürlich leichter geworden“, sagte Hamburgs Trainer Huub Stevens.

Die Hamburger konnten nun ihren Vorsprung ohne großen Aufwand verwalten. Zudem kamen ihnen die Dortmunder weiterhin mit anfängerhaften Fehlern entgegen: So vertändelte Manndecker Markus Brzenska den Ball gegen Ivica Olic, der seelenruhig zum 3:0 einschieben konnte. Dieser Fehler war Glück für die Hamburger, dennoch mochte Stevens lieber die Leistung der eigenen Mannschaft hervorheben. Der Holländer war „zu 99,9 Prozent zufrieden, wir haben vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend Fußball gespielt“.

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