Borussia Dortmund : Grünes Licht für Stadion-Rückkauf

Borussia Dortmund ist auf dem mühsamen Weg zur finanziellen Konsolidierung einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Dortmund - Eine deutliche Mehrheit der rund 5700 Gesellschafter des Commerzbank-Immobilien-Fonds Molsiris akzeptierte das Angebot zum Rückkauf des Signal Iduna Parks und trat damit die letzten verbliebenen Stadion-Anteile (51,2 Prozent) an die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ab. Die Finanzierung des Kaufpreises in Höhe von 57,2 Millionen Euro soll durch die US-Investmentbank Morgan Stanley erfolgen.

Das positive Votum von 99,5 Prozent der an der Abstimmung beteiligten 4359 Molsiris-Gesellschafter sorgte in der Chefetage des Fußball-Bundesligisten für große Erleichterung. «Der Mühlstein um den Hals von Borussia Dortmund ist weg. Diese Maßnahme war ein wesentlicher Bestandteil unserer Neustrukturierung», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Montag der dpa.

Ein Kreditvertrag mit Morgan Stanley über 79 Millionen Euro und einer Laufzeit von 15 Jahren wird in den nächsten Tagen unterzeichnet. Mit Hilfe dieser Summe sollen der Rückkauf der WM-Arena bis zum 14. Juni und weitere Umschuldungsmaßnahmen finanziert werden. Obwohl der Schuldenberg damit weiter anwächst, erhält der BVB mehr Handlungsspielraum. «Wenn man bedenkt, wo wir noch vor rund 14 Monaten standen, kann man von einer epochalen Woche für den BVB sprechen», sagte Watzke. Die Rückabwicklung des von Watzke-Vorgänger Gerd Niebaum eingeleiteten Stadiondeals senkt die jährlichen Kosten um vier bis fünf Millionen Euro. Ohne Zustimmung von Molsiris hätte der BVB per anno rund 17 Millionen Euro Miete aufbringen müssen.

Das Ende des leidigen Themas macht den Weg für weitere Aufräum-Arbeiten frei. Eine geplante Kapitalerhöhung des börsennotierten Unternehmens, für die laut Verein verschiedene Großinvestoren bereit stehen, soll in den nächsten Tagen rund 29 Millionen Euro in die Club-Kasse spülen. Watzke: «Für viele Interessenten, die bis zur Frist am 8. Juni zeichnen wollen, war der Stadionrückkauf eine Grundvoraussetzung.»

Der neu gewonnene Handlungsspielraum dürfte die Borussen zu einer offensiveren Personalpolitik ermutigen. Nach dem Verkauf von Tomas Rosicky für 9,5 Millionen Euro zum FC Arsenal gilt die Verpflichtung von Nelson Valdez (Werder Bremen) als ausgemachte Sache. Weiter auf der Wunschliste steht der Schweizer Nationalstürmer Alexander Frei vom französischen Erstligisten Stade Rennes. Zudem liebäugelt der BVB mit einem Transfer des Brasilianers Tinga. Der Mittelfeldmann aus Porto Alegre wurde von Sportmanager Michael Zorc begutachtet und soll zwei bis drei Millionen Euro kosten. Watzke: «Wir sind interessiert.» (Von Heinz Büse, dpa)

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