Sport : Borussia Dortmund - Hamburger SV: Nur Sammer will sich nicht freuen

Fredi Bobic verspürte Genugtuung und feierte zweieinhalb Tore gegen den Frust, die Fans zelebrierten ihren neuen Publikumsliebling Tomas Rosicky und drei Big Points von Borussia Dortmund im Kampf um einen Spitzenplatz in der Fußball-Bundesliga. Nur Matthias Sammer beeilte sich, alle Gedanken an einen neuen Höhenflug zu verdrängen. "Wir werden weiterhin keine außerirdischen Ziele formulieren, weil wir kein Topteam sind", sagte der Dortmunder Trainer nach dem 4:2 (1:0) gegen den kriselnden Hamburger SV.

Sammers Zurückhaltung korrespondierte nicht so recht mit der Stimmung beim Abendspiel im Westfalenstadion. Die Zuschauer hatten sich zunächst über die Patzer der Konkurrenz aus München, Schalke und Leverkusen wenige Stunden zuvor gefreut. Dann nahm die Mannschaft die Vorlage auf und nutzte die Gunst der Stunde zu einem Fußball-Fest. Es sind nur noch zwei Punkte, die den Tabellenvierten Dortmund von Spitzenreiter Bayern München trennen.

Allein Fredi Bobic schien sich trotz seines Tores nicht richtig freuen zu können. Trotzig stapfte Dortmunds Buhmann aus dem letzten Heimspiel gegen Werder Bremen nach dem Abpfiff durch die Jornalisten-Schar: "Letzte Woche warst du der Depp, jetzt wirst du in den Himmel gehoben. Das wird mir langsam suspekt." Für Bobic entwickelt sich der HSV zum persönlichen Lieblingsgegner. In 13 Spielen gegen die Hamburger gelangen Bobic zwölf Tore. Am Sonnabend wirkten seine Saisontore Nummer vier und fünf wie ein Befreiungschlag. "Ich habe viel mit ihm gesprochen", sagte Trainer Sammer. "Fredi soll sich nicht über Kleinigkeiten aufregend und sich nicht selbst runterziehen, sondern weiter arbeiten. Heute ist er belohnt worden."

Neben Bobic verdiente sich der Tscheche Rosicky einmal mehr den Sonderapplaus der 64 500 Zuschauer. Der 20-Jährige führte selbstbewusst Regie und bereitete die Dortmunder Tore eins bis drei vor. Manager Michael Meier schwärmte: "Es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen." Auch hier bremste Sammer: "Ich habe auch einige Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben." Ganz und gar nicht einverstanden war der Dortmunder Trainer damit, wie seine Mannschaft nach einer 3:0-Führung in Überzahl - nach der Roten Karte gegen den eingewechselten Vahid Hashemian nach einem rüden Foul an Rosicky - noch die Gegentore durch Sergej Barbarez und Erik Meijer kassieren konnte. "Und deshalb sind wir keine Spitzenmannschaft, der passiert so etwas nicht", schimpfte Matthias Sammer.

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