Borussia Dortmund : Nur theoretisch besser

Es sollte die Wiedergutmachung für die Niederlage in Stuttgart sein. Doch Borussia Dortmund unterliegt zu Hause gegen Eintracht Frankfurt 2:3.

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Der Auftrag war unmissverständlich: Wiedergutmachung für die deutliche 1:4-Niederlage in Stuttgart und Rückbesinnung auf die Tugenden, die Borussia Dortmund zuvor eine Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage beschert hatten. „Einen Tick bissiger sein als der Gegner“, hatte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel doziert, „diesen Anspruch müssen wieder für uns erheben. Wir müssen wieder mehr investieren als die anderen.“ So weit die Theorie.

Die Praxis sah gestern anders aus: Die Dortmunder verloren in einem spannenden Spiel vor 70 400 Zuschauern 2:3 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt. Es war der erste Sieg der Hessen beim BVB seit fast 20 Jahren. Frankfurts Trainer Michael Skibbe sprach deshalb von einer „feinen Leistung“. Besonders in der ersten Halbzeit habe sein Team „fantastisch nach vorn gespielt“. Klopp dagegen erklärte: „Wir mussten viel Glück in Anspruch nehmen, um überhaupt im Spiel bleiben zu können.“

Bereits zu Spielbeginn taten sich die Gastgeber schwer, weil ihr Mittelfeld unstrukturiert war. Dagegen agierten die Frankfurter wesentlich zielgerichteter, und einer der Konter führte zur frühen Führung. Nach schöner Flanke von Patrick Ochs war Benjamin Köhler zur Stelle, und gegen seinen platzierten Kopfball war Dortmunds Torhüter Marc Ziegler chancenlos. Der starke Halil Altintop hätte sogar noch erhöhen können, vergab jedoch gleich drei gute Chancen.

So kam Dortmund zum unverhofften Ausgleich. Nach einem Distanzschuss von Zidan landete der Ball eher zufällig vor den Füßen von Mats Hummels, der der den Ball gedankenschnell ins Tor schob. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des torgefährlichen Manndeckers. Sicherheit gab das Erfolgserlebnis den Dortmundern allerdings nicht. Die Eintracht blieb die spielerisch klar bessere Mannschaft. Der BVB war froh nicht in Rückstand zu geraten, als Hummels einen Schuss von Halil Altintop auf der Torlinie klärte.

Erst in der zweiten Halbzeit kam Dortmund besser ins Spiel. Es war kein Zufall, dass dem Team nach einer Stunde die Führung gelang. Zidans exzellente Flanke schoss Torjäger Lucas Barrios aus kurzer Entfernung direkt ins Tor – sein elfter Saisontreffer. Der BVB kontrollierte nun das Geschehen, Valdez hätte erhöhen können, doch Frankfurts Torhüter Nikolov rettete mit dem Fuß.

Es war für die Eintracht das Signal, sich aufzubäumen und das Spiel mit großer Moral aber auch Klasse zu drehen. In der 65. Minute traf Sebastian Jung mit seinem ersten Bundesligator von der Strafraumgrenze. „Wir wollten hier nach der Niederlage gegen Köln unbedingt was mitnehmen, und das ist uns gelungen“, sagte Jung strahlend. Die Frankfurter nahmen drei Punkte mit, weil Alexander Meier in der 74. Minute das Spiel entschied. „Respekt“, lobte Skibbe, „wir haben uns auch durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen.“

Dortmund stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch Kampf allein reichte an diesem kalten Winterabend nicht. Am Ende gewann Eintracht Frankfurt verdient.

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