Borussia Dortmund : Rosicky wird Kollege von Jens Lehmann

Der tschechische Fußball-Nationalspieler Tomas Rosicky wechselt von Borussia Dortmund zu Arsenal London. Der Champions-League-Finalist gab am Dienstag in London die Verpflichtung des 25-Jährigen bekannt.

Dortmund/London - Die lange Transfer-Hängepartie um Tomas Rosicky ist mit einer überraschenden Blitz-Einigung zu Ende gegangen. Der tschechische Fußball-Nationalspieler wechselt vom Bundesligisten Borussia Dortmund zum FC Arsenal in die englische Premier League. «Das ging schnell. Es war eine Sache von wenigen Stunden. Wir sind uns heute Morgen einig geworden», sagte am Dienstag BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der dpa. Aus dem Geschäft mit einem Finanzvolumen von geschätzten neun bis zehn Millionen Euro kann der Traditionsverein 4,5 Millionen Euro Gewinn verbuchen.

Über Nacht war Langzeit-Bewerber Atletico Madrid aus dem Rennen, neuer Favorit auf den 25 Jahre alten Rosicky war Champions-League- Finalist Arsenal. Dort klärten der Mittelfeldspieler und sein Berater Pavel Paska noch am Montag Details, ehe die Londoner am Tag danach die Verpflichtung bekannt gaben. Damit wird Rosicky von der Saison 2006/2007 an in einer Mannschaft mit dem deutschen Nationaltorwart Jens Lehmann und anderen Fußball-Größen wie dem früheren Stuttgarter Bundesligaprofi Alexander Hleb, den Franzosen Thierry Henry und Robert Pires oder dem Niederländer Dennis Bergkamp spielen.

«Das ist ein großer Tag für mich. Mir hätte nichts Besseres passieren können als ein Wechsel zu Arsenal», sagte Rosicky. Nach der Unterschrift unter den Vierjahresvertrag wurde er in Seefeld (Österreich), wo sich die Tschechen derzeit auf die WM vorbereiten, von Nationaltrainer Karel Brückner und dem Betreuerstab mit Sekt empfangen: «Das war sehr bewegend.»

Über die Herausforderung ist Rosicky glücklich: «Arsenal hat in der Champions League gezeigt, wie stark die Mannschaft sein kann. Und wir können in der neuen Saison noch besser sein», äußerte sich der Tscheche optimistisch. «Es ist der beste Club in Europa, ich werde alles für Arsenal tun.» Team-Manager Arsene Wenger empfing Rosicky mit offenen Armen: «Wir freuen uns sehr, dass wir ihn hier haben werden.»

«Wir scheiden in bestem Einvernehmen», sagte Watzke zum Ende der Ära Rosicky bei den Westfalen, mit denen der Tscheche seit 2001 sehr erfolgreich war. 2002 wurde er mit dem BVB deutscher Meister und Zweiter im Uefa-Pokal. Der 53-malige tschechische Nationalspieler war im Januar 2001 für die damalige Bundesliga-Rekordtransfersumme von 25 Millionen Mark (rund 12,76 Millionen Euro) von Rekordmeister Sparta Prag nach Dortmund gewechselt.

«Ich mache nichts, was nicht Hand und Fuß hat», begründete Watzke die kurzfristig aufgenommenen Verhandlungen mit Arsenal. Atletico Madrid geriet aus dem Rennen, weil der von Rosicky eigentlich bevorzugte spanische Club bis zuletzt nicht die geforderte Bankgarantie vorlegen konnte. Der BVB verweigerte die Zustimmung zu dem Transfer und nahm die Offerte aus der englischen Hauptstadt an, obwohl sich der BVB mit Atletico prinzipiell schon auf eine Ablösesumme von rund neun Millionen Euro geeinigt hatte.

Watzke will Rosicky nicht lange hinterher trauern: «Ich schaue grundsätzlich nicht nach hinten.» In dem südafrikanischen Nationalspieler Steven Pienaar von Ajax Amsterdam hatte der BVB bereits im Januar einen potenziellen Nachfolger verpflichtet. «Mit ihm und unseren anderen jungen Spielern wollen wir in der kommenden Saison zurück ins internationale Geschäft», kündigte Watzke an. Mit dem Gewinn von 4,5 Millionen Euro könne man sich «jetzt auch bewegen». (Von Dietmar Fuchs und Christoph Sator, dpa)

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