Borussia Dortmund : Thomas Tuchel und die Diskreditierung eines Trainers

Thomas Tuchel steht beim BVB stark in der Kritik - von Seiten der Klubführung. Diese arbeitet mit harten Methoden gegen den Trainer.

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Nicht einer Meinung: Hans-Joachim Watzke (l.) und Thomas Tuchel.
Nicht einer Meinung: Hans-Joachim Watzke (l.) und Thomas Tuchel.Foto: dpa

Ginge es bei Borussia Dortmund nur um Fußball, dann wäre nicht alles, aber doch sehr vieles gut. Der BVB steht zwar nicht auf dem ersten Tabellenplatz, auch nicht auf dem zweiten, dafür aber hat der Dritte die vermutlich reizvollste Mannschaft der Liga. Und im Moment sieht vieles danach aus, dass sie die Saisonziele erfüllen wird, vielleicht sogar etwas mehr als das. Dortmund hat gute Chancen, Pokalsieger zu werden.

Doch irgendwann hat der Verein das Wesentliche, den Ball, aus dem Blick verloren. Das wurde in den vergangenen Wochen und Tagen deutlich. Es geht vordergründig um die Frage, ob es falsch oder richtig war, einen Tag nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus in der Champions League anzutreten. Die Klubführung war dafür, Trainer Thomas Tuchel dagegen.

So jedenfalls stellte dieser es öffentlich dar. Die mächtigen Männer im Verein, Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball, sagten nun, dass Tuchel zunächst intern keine Einwände gegen die Ansetzung gehabt habe. Der Kern ihrer Aussage ist: Der Trainer lügt. Er wollte in der Außendarstellung gut dastehen, als Mann von Moral.

Tuchel wird als Trainer und als Mensch kritisiert

Zeitgleich mit den Aussagen von Watzke und Rauball tauchten nun anonyme Äußerungen von Spielern und Angestellten auf, die Tuchel als Trainer sowie als Mensch diskreditieren. Es sind Äußerungen, die unter normalen Umständen eher nicht an die Oberfläche kommen.

Die Sache ist offensichtlich: Bei Borussia Dortmund halten die wichtigen Personen nicht mehr die schützende Hand über Tuchel. Im Gegenteil, sie arbeiten mehr oder weniger subtil an seiner Entlassung.

Dass das Verhältnis zwischen Klubführung und dem ambitionierten Trainer problembehaftet ist, war schon lange vor dem Anschlag auf den Bus ein von den Chefs nur lieblos gehütetes Geheimnis. Nun ist es nicht verwerflich, wenn ein Verein einen sportlich erfolgreichen Trainer hinterfragt. Schwierig aber wird es, wenn die Klubführung dies über die Medien tut. Das ist unsouverän und unangebracht.

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