• Borussia Dortmund und der FC Bayern München streiten: Watzke kritisiert Rummenigge wegen Äußerung zu Marco Reus
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Borussia Dortmund und der FC Bayern München streiten : Watzke kritisiert Rummenigge wegen Äußerung zu Marco Reus

Nachdem Karl-Heinz Rummenigge über die Höhe der Ausstiegsklausel von Marco Reus spekuliert hatte, meldet sich nun BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu Wort. Der FC Bayern hat derweil seinen Kader mit einem weiteren Weltmeister verstärkt.

Marco Reus läuft sich warm.
Marco Reus soll laut Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für eine festgeschriebene Ablösesumme von 25 Millionene Euro...Foto: dpa

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist nach den ständigen Bayern-Sticheleien zu Marco Reus der Kragen geplatzt. Genervt und provoziert hat der BVB-Boss den Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch quer über den Atlantik öffentlich in die Schranken gewiesen. „Borussia Dortmund registriert mit einer gewissen Verärgerung, dass sich Karl-Heinz Rummenigge über die Medien zurzeit im Drei-Tage-Rhythmus zu internen BVB-Angelegenheiten äußert“, sagte Watzke in einer Stellungnahme auf der auf der Vereins-Homepage.

Der mit dem deutschen Meister momentan in den USA weilende Rummenigge nehme „durch sein Verhalten billigend in Kauf, dass das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München weiter beschädigt“ werde. Erbost ist auch BVB-Sportdirektor Zorc. „Das hat leider eine völlig neue Qualität. Es wäre schön, wenn Karl-Heinz Rummenigge einfach mal den Mund halten könnte“, sagte er am Mittwoch kicker.de.

Rummenigge hatte sich in den letzten Tagen wiederholt vor allem über Reus geäußert. Nachdem der Bayern-Chef darüber sinniert hatte, wie lange der BVB den Nationalspieler angesichts der relativ geringen festgeschriebenen Ablösesumme (nach Spekulationen 35 Millionen Euro) in einer Ausstiegsklausel wohl noch halten könne, legte er in der „Sport Bild“ (Mittwoch) nach: „Es ist bekannt, dass der Spieler bei Borussia Dortmund ist und eine Ausstiegsklausel hat, die, so Gerüchte, bei 25 Millionen Euro liegt.“ Er habe zu Hans-Joachim Watzke ein ganz respektvolles Verhältnis, meinte Rummenigge noch. Reus sei ohne Frage ein sehr guter Spieler, „aber ich möchte deswegen das Verhältnis mit Borussia Dortmund nicht strapazieren“. Rummenigge räumte sogar ein, dass der BVB „zuletzt beim Video von Bastian Schweinsteiger sehr verständnisvoll und sympathisch reagiert“ habe: „Da hätte man auch andere Worte finden können.“ Der Bayern-Star hatte die Dortmunder beleidigt.

Die atmosphärischen Störungen zwischen Borussia und Bayern scheinen eine Woche vor dem Supercup-Duell einem neuen Höhepunkt entgegenzustreben. Für Watzke ist beim Bayern-Buhlen um Reus eine rote Linie überschritten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Rivale in den vergangenen zwei Jahren schon die zwei absoluten BVB-Leistungsträger Mario Götze und Robert Lewandowski nach München lockte.

Hans-Joachim Watzke über Marco Reus: „Schlüsselspieler und eine Identifikationsfigur"

Watzke wirft den Bayern unlauteres Geschäftsgebaren vor. Anders ist die harsche Kritik nicht zu deuten: „Wir sind sicher, dass für jeden Fußballinteressierten offensichtlich ist, welche Absicht hinter solchen Äußerungen steckt. Wir werden als Arbeitgeber selbstverständlich auch in Zukunft an unserer Linie festhalten und uns zu Vertragsdetails unserer Angestellten niemals in der Öffentlichkeit äußern.“ Mehrfach erklärten Watzke und Zorc, dass man langfristig mit dem bis 2017 gebundenen Reus plane. „Er ist ein Schlüsselspieler, ein Super-Fußballer und eine Identifikationsfigur. Natürlich versuchen wir alles, um ihn lange bei Borussia Dortmund zu halten“, sagte Zorc. „Mir ist jetzt erst einmal wichtig, gesund zu werden. Alles andere schiebe ich zur Seite. Dinge, die dann später einmal für mich relevant sein könnten, sind derzeit zweit- oder sogar drittrangig“, sagte Reus vor wenigen Tagen im „Kicker“-Interview. „Ich kann nur wiederholen, was ich schon häufiger geäußert habe: Ich bin echt glücklich, für den BVB zu spielen.“

Das letzte Puzzleteilchen im elitären Bayern-Kader für die kommende Saison scheint derweil gefunden. Der 33-malige spanische Nationaltorhüter Pepe Reina soll als Backup von Manuel Neuer die noch verbliebene Planstelle beim deutschen Fußball-Rekordchampion aus München besetzen. Schon in den kommenden Tagen werde der 31-Jährige, der zuletzt vom FC Liverpool an den SSC Neapel ausgeliehen war, den üblichen medizinischen Check absolvieren und dann seinen Vertrag unterschreiben, berichtete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Rande der US-Testspielreise seines Clubs. Die Ablösesumme soll laut der spanischen Sportzeitung „Marca“ bei drei Millionen Euro liegen, der Vertrag bis 2017 laufen.

Pepe Reina kommt - ansonsten planen die Bayern keine großen Transfers mehr

Ansonsten planen die Bayern keine großen Transfers mehr, was ganz den Wünschen des Trainers entspricht. Pep Guardiola hatte schon zuletzt seine vollumfängliche Zufriedenheit mit dem Kader bekräftigt und die Verpflichtung eines weiteren Weltklasseprofis nach Robert Lewandowski abgelehnt. Der Club will dieser Ansage nun Folge leisten. „Wir wären bereit gewesen, noch einen Spieler - wie damals Thiago - zu verpflichten. Aber der Trainer wollte das nicht, er ist hochzufrieden mit dem Kader“, meinte der Bayern-Boss am Dienstag (Ortszeit). Alle demonstrieren ihr immenses Vertrauen in die von Weltmeistern nur so strotzende bajuwarische Luxus-Auswahl, zu der auch weiter Xherdan Shaqiri gehören soll. Der Schweizer bleibe trotz aller Wechselgerüchte und Anfragen aus dem Ausland, kündigte Rummenigge an.

„Wir haben eine gute Mannschaft. Wir haben einen guten Mix“, sagte er. Guardiola mache auch das Wohlbefinden der Stars als Grundlage für weitere Erfolge aus. Aus Sicht des Trainers sei es nicht sinnvoll, „dass Spieler unzufrieden auf der Tribüne sitzen“, berichtete Rummenigge. „Pep will 18 Topspieler und fünf oder sechs Talente.“ Zu einem dieser bayerischen Nachwuchskräfte könnte sich bis zum Ende der Wechselperiode noch Sinan Kurt aufschwingen. Die Münchner wollen den 18-Jährigen von Borussia Mönchengladbach möglichst sofort verpflichten, was von der Gegenseite aber abgelehnt wird. Aktuell sehe es deshalb „nicht danach aus, dass es eine Einigung zwischen Bayern und Gladbach geben wird bis zum Ende des Transferfensters“, sagte Kurts Berater Michael Decker der „Sport Bild“ (Mittwoch).

Auch mit Guardiola selbst kann sich Rummenigge eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen - ganz unabhängig vom laufenden Vertrag. „Wenn sich Pep wohlfühlt, dann wird er bleiben. Auch über 2016 hinaus“, sagte der Bayern-Vorstandsboss dem Magazin. Allerdings mache es „sicher keinen Sinn, in dieser Saison über eine Verlängerung zu sprechen. Ich denke, das wird frühestens ein Jahr vor Ablauf seines aktuellen Vertrags ein Thema.“ Der Spanier sei „ein Geschenk des Himmels, ich habe hundertprozentiges Vertrauen zu ihm“. (dpa)

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