Borussia Dortmund verliert : 0:2 in Leverkusen - Real wirkt nach

Das Spiel gegen Real Madrid hat wohl zu viel Kraft gekostet: Borussia Dortmund verliert 0:2 in Leverkusen – und hilft den Bayern und auch Hertha BSC

Und der ist auch noch drin. Dortmunds Matthias Ginter steht geschlagen im Tor, Hernandez hat das 2:0 für Bayer erzielt.
Und der ist auch noch drin. Dortmunds Matthias Ginter steht geschlagen im Tor, Hernandez hat das 2:0 für Bayer erzielt.Foto: dpa/Gamberini

An sich war am Samstagabend ja alles gerichtet für Borussia Dortmund. Nach dem 1:1 der Bayern gegen Köln hätte die Mannschaft von Thomas Tuchel ja mal eine Kampfansage Richtung München schicken können. Und so ein aufmüpfiger Emporkömmling wie die Hertha aus Berlin, der hätte eben auch noch die Grenzlinie aufgemalt bekommen. Es kam aber ganz anders: Bayern konnte mit dem Punkt gegen Köln den Vorsprung auf Dortmund sogar ausbauen und Hertha übernachtet zumindest als Tabellenzweiter, denn: Borussia Dortmund spielte sich geistig müde wirkend durch ein 0:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen erst einmal ins Abseits.

Wie bei den Bayern nach dem 0:1 bei Atletico litten auch die Dortmunder wohl unter dem Madrid-Syndrom – gegen Real hatte der BVB immerhin ein 2:2 in der Champions League erspielt. Ein Spiel, das Kraft gekostet hatte. „Es ist sehr ärgerlich, wir hätten die drei Punkte sehr gut gebrauchen können“, sagte Dortmunds Matthias Ginter am Samstag in Leverkusen. In der ersten Hälfte hätte sich Dortmund „auf jeden Fall“ den Schneid abkaufen lassen.

Im 75. Westderby beendete Bayer zugleich eine Negativserie gegen den BVB: Nach zuvor neun sieglosen Heimspielen seit dem 19. Mai 2007 gelang am Samstagabend vor 30 210 Zuschauern endlich wieder ein Erfolg. Die Tore schossen Admir Mehmedi und Javier Hernandez. Der Mexikaner sagte: „Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft bewiesen, dass wir mithalten können.“

Thomas Tuchel: Die Tabelle ist zur Zeit nur Spielerei

Die in der Bundesliga nach mäßigem Start unter Druck geratenen Leverkusener ließen vom Anpfiff an keinen Zweifel, dass sie den Erfolg mit Aggressivität und Bissigkeit erzwingen wollten. Und sie wurden vier Tage nach dem unglücklichen 1:1 in der Champions League beim AS Monaco für das Engagement belohnt.

Nachdem Hakan Calhanoglu einen Freistoß aus 20 Metern nur knapp links am Tor vorbeizirkelte und Roman Bürki einen Kopfball von Hernandez gerade noch parieren konnte, wurde der Schweizer Schlussmann ausgerechnet von Landsmann Mehmedi überwunden: Nach Ecke von Calhanoglu setzte sich der Bayer-Stürmer gegen Julian Weigl durch und köpfte ins Tor. Die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, hatte Kevin Kampl, der nach einem kapitalen Fehlpass von Raphael Guerreiro aus 16 Metern nur Zentimeter am Tor vorbeischoss. Immerhin konnte Bayer erstmals in dieser Saison mit einer Führung in die Kabine gehen.

Das 1:1 der Münchner gegen Köln hatte Dortmund anscheinend nicht ausreichend motiviert. Thomas Tuchel winkte ab. „Es interessiert mich wenig. Zu dem Zeitpunkt ist die Tabelle nur Spielerei“, sagte der BVB-Coach schon vor dem Spiel. Und nach dem Spiel wurde die Tabelle dann zur traurigen Realität für Dortmund. Tsp/dpa

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