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Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 2:1 : Arbeitssieg als Generalprobe

Borussia Dortmund ist der angestrebten direkten Champions-League-Qualifikation einen großen Schritt näher gekommen. Mit dem Sieg gegen unbequeme Wolfsburger ist auch die Generalprobe vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Madrid geglückt.

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Verdienter Siegtreffer: Marco Reus (l.) traf für in der zweiten Halbzeit starke Dortmunder zum 2:1 gegen Wolfsburg.
Verdienter Siegtreffer: Marco Reus (l.) traf für in der zweiten Halbzeit starke Dortmunder zum 2:1 gegen Wolfsburg.Foto: dpa

Als Schiedsrichter Knut Kircher abgepfiffen hatte, drosch Mats Hummels den Ball in den Abendhimmel, neben ihm sanken Sokratis, Lukasz Pisczek und Sebastian Kehl auf den Rasen. Völlig ausgepumpt, völlig entkräftet. Borussia Dortmund wankt dem Saisonende mit letzter Kraft entgegen. Weil seit Monaten zahlreiche Stammspieler verletzt ausfallen, befindet sich das verbliebene Personal im Dauereinsatz. Die Gastgeber gewannen vor 80 000 Besuchern im ausverkauften Stadion nach völlig verkorkster erster Halbzeit trotzdem noch  mit 2:1 (0:1), weil sie sich im zweiten Durchgang enorm steigerten und sich zu einer beeindruckende Energieleistung aufrafften.
Die Gastgeber schonten ihren angeschlagenen Torhüter Roman Weidenfeller, für ihn rückte Mitch Langerak zwischen die Pfosten.

Der Ersatzmann verlebte zunächst einen ruhigen Abend, weil die Wolfsburger erst einmal zaghaft erkundeten, was ihr Gegner denn so zu bieten hat. Das war nicht viel, als die Niedersachsen das begriffen, erspielten sie sich eine Vielzahl bester Möglichkeiten. Ivica Olic scheiterte aus zwei Metern, die scharfe Hereingabe von Ivan Perisic entschärfte Langerak genauso wie den Querschläger von Manndecker Sokratis, der sonst zum Eigentor geworden wäre. Dortmund taumelte über den Rasen, in der 34. Minute fiel der überfällige Gegentreffer: Den ersten Versuch von Junior Malanda parierte Langerak noch glänzend, beim Nachschuss von Olic aus zwei Metern war er dann machtlos. Wenig später stand der Stürmer erneut im Mittelpunkt: Er grätschte den Ball aus kurzer Entfernung an die Latte, von wo er zurück auf seinen Fuß sprang, um erneut am Aluminium zu landen. Es war eine spektakuläre Szene mit Seltenheitswert, der BVB hatte riesiges Glück, bis zur Pause nicht entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Wolfsburgs Trainer stufte den Zwischenstand als „mehr als ärgerlich“ ein: „Das Spiel muss in der ersten Halbzeit für uns zuhause sein“, sagte Dieter Hecking.
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp reagierte und brachte in der zweiten Halbzeit Durm und Jojic für Aubameyang und Sahin. Damit ging eine Systemumstellung einher, Reus agierte als zweite Spitze, während Kehl im defensiven Mittelfeld allein absicherte.

Es war eine mutige Entscheidung, die belohnt wurde: Robert Lewandowski drückte einen Eckball von Marco Reus mit dem Rücken zum 1:1 über die Linie.
Dortmund war jetzt wesentlich präsenter. Henrich Mchitarjan hätte den BVB in Führung schießen müssen, nachdem er vom überragenden Lewandowski herrlich in Szene gesetzt wurde, verzog jedoch freistehend. Auch Reus brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht im Netz unter. Die Dortmunder Führung war überfällig, und sie fiel eine viertel Stunde vor Schluss unter gütiger Mithilfe des Wolfsburger Torhüters Max Grün. Der Ersatzmann des verletzten Diego Benaglio ließ eine Flanke fallen, Reus bedankte sich und schob aus kurzer Entfernung ein. Das Stadion tobte, wer hätte diesen Kraftakt für möglich gehalten nach dieser miserablen ersten Halbzeit? Über den Treffer wurde später diskutiert, Grün hatte „ein klares Foulspiel“ von Reus gesehen. Diese Meinung hatte er exklusiv, der Treffer absolut regulär. Wolfsburg wehrte sich, die beste Chance zum Ausgleich hatte Caligiuri, dessen Kopfball knapp über die Latte flog. So blieb es beim 2:1, das sich der BVB nach dem Seitenwechsel mit einer echten Energieleistung verdiente. Anschließend sprach Klopp von einem „echten Big Point“ und lobte seine Mannschaft überschwänglich: „Die Jungs haben heute eine unfassbare Mentalität gezeigt.“

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