Borussia Dortmund : Zeichen des Aufbruchs

Borussia Dortmund schlägt den VfL Bochum in Unterzahl mit 2:1. Der Sieg bedeutet auch drei Punkte gegen die drohende Krise.

Felix Meininghaus
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Der Dortmunder Christian Wörns sah Gelb-Rot. -Foto: dpa

DortmundAm Donnerstag hat sich Christian Wörns dann doch noch Mal zu Wort gemeldet. Zumindest indirekt: „Es geht in der augenblicklich schwierigen Situation ausschließlich darum, dass wir uns auf die rein sportlichen Aufgaben konzentrieren wollen“, ließ Dortmunds Kapitän in einer von seinem Arbeitgeber verbreiteten Presseerklärung mitteilen. Damit begründeten die Profis von Borussia Dortmund ihren Medienboykott. Gestern Abend beim 2:1 gegen den VfL Bochum konnten sich 72 200 Besucher in Dortmund davon überzeugen, wie es aussieht, wenn die Dortmunder einzig und allein ihrer primären Bestimmung nachkommen. Die Spieler des BVB bewiesen am Ende in Unterzahl Kämpferherz. Der Sieg bedeutete auch drei Punkte gegen die drohende Krise. „Man hat heute gesehen, dass wir eine Mannschaft sind“, sagte Trainer Thomas Doll nach dem Schlusspfiff, „schließlich mussten wir sechs Stammspieler ersetzen.“

Zu Spielbeginn beschränkten sich die Gastgeber erst einmal darauf, ihrer Verunsicherung Herr zu werden, die die Niederlagen in Berlin, gegen den HSV und in Karlsruhe hervorgerufen hatten. Dortmund kam der glückliche Umstand der frühen Führung entgegen: In der 17. Minute klatschte Bochums Torhüter Jan Lastuvka eine Kopfball von Wörns nur vor die Füße von Tinga ab, der den Ball aus kurzer Distanz ins Netz donnerte.

Eine Befreiung bedeutete dieses Erfolgserlebnis nicht, denn danach überließen die Gastgeber ihren Gegnern die Initiative. Folgerichtig kamen die Bochumer in der 35. Minute durch Marcin Mieciel zum Ausgleich und hätten danach durchaus durch Stanislav Sestak und Marcel Maltritz in Führung gehen können.

Der VfL witterte seine Chance, wobei die Bemühungen nach einer guten Stunde dadurch erleichtert wurden, dass Wörns die gelb-rote Karte sah. Doch anstatt in Überzahl beherzt zuzugreifen, zauderten die Bochumer und ermöglichten den kriselnden Dortmundern die Entscheidung: Nach einer Ecke gelang Giovanni Federico ein herrlicher Volleytreffer. Ein Schuss wie ein Strich, und vielleicht ein Zeichen für den Aufbruch in erfolgreichere Zeiten.

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