Sport : Borussias Amateure wollen sich schnell an die rauhe Luft gewöhnen

Claus Vetter

Zwei Aufstiege in Folge - und die Amateure von Tennis Borussia spielen jetzt dort, wo vor gut einem Jahr noch die erste Mannschaft kickte. Das Abenteuer in der dritthöchsten Spielklasse könnte freilich von kurzer Dauer sein. Denn dass die Charlottenburger um die vorderen Plätze, die zum Start in der neuen dritten Liga berechtigen, mitspielen werden, daran glaubt keiner so recht. Auch Robert Jaspert nicht. Schon ein Platz im Mittelfeld des Tableaus wäre ein großer Erfolg, sagt der Trainer von TeBe.

Der 39-jährige Fußballlehrer, der in der vorigen Saison nach der Entlassung von Stanislav Levy kurzfristig als Interimstrainer bei der Zweitligamannschaft von TeBe einspringen mußte, weiß um das größte Manko seiner Mannschaft. Kaum ein Spieler hat Erfahrung mit der Drittklassigkeit. Die Zugänge werden der Konkurrenz keine schlaflosen Nächte bereiten. Die Hoffnung, ausgemusterte Akteure aus dem Profikader zu übernehmen, zerschlug sich schnell. "Spieler wie Curko oder Dermech orientieren sich anderweitig", weiß Jaspert. Natürlich hätte man die Kluft zur ersten Mannschaft weiter verringern können. "Aber dann hätte der Verein größere finanzielle Anstrengungen unternehmen müssen. Doch momentan wird nun mal alles dem Erfolg der Profimannschaft untergeordnet." Trotzdem, die Amateure würden ihren Platz im Gesamtkonzept von TeBe haben, meint Jaspert. "Gerade Winfried Schäfer ist doch ein Trainer, der jungen Spielern eine Chance gibt."

Ein wenig unglücklich ist Jaspert über den Umstand, dass er mit seiner Mannschaft in eine Art Übergangsliga aufgestiegen ist. Man wolle sich da so gut wie möglich verkaufen, auch in dem Wissen, dass es im nächsten Jahr wohl wieder in der vierten Spielklasse weitergeht. "Wir haben den Vorteil, eingespielt zu sein, die Mannschaft hat sich über Jahre kontinuierlich gesteigert. Auch von unseren läuferischen Qualitäten her können wir in der Regionalliga durchaus mithalten. Allein vor der nervlichen Anspannung, die auf die Spieler zukommen wird, ist mir bange." Denn dass den Amateuren in vielen Stadien nun ähnlicher Unmut entgegen schlagen wird, wie noch vor Jahresfrist der ersten Mannschaft, dessen ist sich Jaspert sicher. "Aber schon beim Relegationsspiel in Hoyerswerda haben sich meine Spieler vor 4000 Zuschauern gut verkauft." Das mache ihn optimistisch. "Wir werden uns schon an die rauhe Luft gewöhnen."

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