Sport : Borussias Unvollendete

Der Pokalfinalist aus Dortmund erreicht trotz eines wahren Sturmlaufs nur ein 1:1 gegen den Karlsruher SC

Richard Leipold[Dortm]

Auch nach dem Schlusspfiff hatte Markus Miller, der Torwart des Karlsruher SC, alle Hände voll zu tun. Nahezu jeder seiner Kollegen gratulierte ihm per Handschlag zu seiner famosen Leistung. Mit einer Fülle von Paraden hatte Miller seiner Mannschaft einen Punkt gesichert. Die Profis von Borussia Dortmund indes zeigten sich nach einem leidenschaftlichen, aber letztlich erfolglosen Sturmlauf enttäuscht. „Wir hatten so viele hochkarätige Torchancen, dass wir 4:1 oder 5:1 hätten gewinnen müssen“, sagte der Dortmunder Kapitän Christian Wörns. Dass es nach Toren von Mladen Petric für Dortmund und Sebastian Freis für Karlsruhe nur zu einem 1:1 reichte, sei „sehr unbefriedigend“. Dortmund dümpelt weiter sorgenfrei, aber auch ohne Perspektive durch das Mittelfeld. „Es ist uns wieder einmal nicht gelungen, in der Tabelle nach oben zu klettern“, sagte Wörns.

In der Nachspielzeit hatte Wörns den gegnerischen Schlussmann zwar überwunden, doch Schiedsrichter Michael Weiner erkannte das Tor auf Wink seines Assistenten nicht an. Eine „richtige Entscheidung“, wie auch Dortmunds Trainer Thomas Doll bemerkte.

Nicht im Abseits standen jene Spieler, die leicht einen klaren Sieg für Dortmund hätten herausschießen können. Allein Nelson Valdez und Mladen Petric, der immerhin mit einem Freistoß traf, vergaben insgesamt mehr als ein halbes Dutzend guter Möglichkeiten. „Wir haben zu viele klare Chancen zugelassen, das gefällt mir nicht“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker. „Aber Markus Miller hat sich in diesen Situationen überragend ausgezeichnet.“

Erst im zweiten Durchgang rückte der KSC für eine Weile von der Strategie ab, sich allein auf Miller zu verlassen. Das Zwischenhoch führte zum Ausgleichstor. Auch wenn Freis später einen weiteren Treffer hätte erzielen können (der Ball wurde auf der Linie abgewehrt), war der Dortmunder Sturmlauf nur vorübergehend unterbrochen. Valdez und Petric machten da weiter, wo sie aufgehört hatten und scheiterten mehrmals an Miller. Die Dortmunder konnten sich allenfalls mit einem Zugewinn an spielerischer Qualität erfreuen. Anders als in den meisten Begegnungen zuvor habe seine Mannschaft „wieder richtig Fußball gespielt“, sagte Doll. „Das ist eine wichtige Erkenntnis.“

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