Sport : Boxen: Ali kontra Frazier

Eine alte Familie-Fehde entflammt neu. Nachdem es ihre Väter nicht mehr richten mögen und wohl auch nicht mehr können, steigen nun die Töchter zweier ehemaliger Boxweltmeister in den Ring. 30 Jahre nach dem Punktsieg von Joe Frazier im New Yorker Madison Square Garden gegen Muhammad Ali im Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht sollen im März 2001 an gleicher Stelle die Töchter der beiden lebenden Legenden aufeinander treffen. Das gab am Mittwoch Peter Lyde, Ehemann von Fraziers Tochter Jacqueline, in New York bekannt.

Am 8. März 1971 missglückte der Versuch Muhammad Alis, erstmals Weltmeister zu werden. "Smoking" Joe Frazier punktete damals Ali aus. Das war zugleich dessen erste Niederlage als Profi. Frazier und Ali trafen sich noch zwei weitere Male im Ring. Im Januar 1974 verlor Frazier gegen Ali in einem Nicht-Titelkampf. Der dritte Kampf aber sollte der denkwürdigste werden. Und wäre es nach Jacqueline Frazier-Lyde (rechts) gegangen, hätte das ersehnte Duell gegen die jüngste Tochter Alis am 1. Oktober 2000 stattfinden sollen. An jenem Tag vor 25 Jahren hatten sich ihre Väter beim "Thriller von Manila" zum dritten Mal im Ring gegenübergestanden. Dabei war Frazier nach der 14. Runde nicht mehr in der Lage gewesen, weiterzukämpfen und musste Ali, den es auch nicht mehr auf den Beinen hielt, den WM-Gürtel überlassen.

Zurück in die Gegenwart. Laila Ali ist bislang in zehn, Jacqueline Frazier-Lyde in vier Kämpfen ungeschlagen. "Ich will die Revanche für meinen Vater. Wenn sie ein Kämpferherz hat, dann soll sie sich endlich stellen", sagte Fraziers Tochter. Die 38 Jahre alte Rechtsanwältin aus Philadelphia verfügt über einen harten Punch. Ihren ersten Kampf hatte sie nach nur 83 Sekunden gewonnen. Vater Joe saß im Publikum. Betreut wird die Mutter von drei Kindern von ihrem Bruder Marvis. Er war 1983 auch Schwergewichts-Weltmeister und ist davon überzeugt, das seine Schwester die Titelsammlung der Familie mit einem weiteren WM-Gürtel komplettieren wird.

Übrigens, beide Damen erhalten dieselbe Börse wie ihre Väter im Jahre 1971, nämlich 2,5 Millionen Dollar, damals eine Rekordsumme.

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