Sport : Boxen aus dem Bauch

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A n ihm ist alles groß und weich. Seine Augen, seine Hände, sein Bauch. Sinan Samil Sam (links) wiegt rund 110 Kilogramm. Ginge es nach optischen Aspekten im Boxen, hätte der Sieger der Samstagnacht Julius Francis heißen müssen. Der Brite ist auch groß und schwer, nur sieht er nicht aus wie ein Buddha. Sinan Samil Sam aber, ein in Deutschland gebürtiger Türke, hat andere Qualitäten. Er kann boxen. Er hat ein gutes Auge, schnelle Hände und gute Reflexe. Genannt wird er der „Bulle vom Bosporus“. Gegen Francis musste er in Schwerin vor 4000 Zuschauern nicht mal über die volle Distanz gehen, um seinen EMTitel im Schwergewicht erfolgreich zu verteidigen. Schon in der siebten Runde schickte Sam seinen überforderten Herausforderer auf die Bretter, wo er ausgezählt wurde. „Bis zu einem WM-Kampf haben wir noch ein bisschen Arbeit vor uns, aber wir sind auf einem guten Weg dahin“, sagte Sams Trainer Michael Timm. Für den Bullen vom Bosporus war es der 18. Sieg in seinem 18. Profikampf. Sein Vorgänger als Träger des EM-Gürtels, der Pole Przemyslaw Saleta, verlor an gleicher Stelle seinen Revanchekampf gegen Luan Krasniqi aus Rottweil schon in der ersten Runde durch K. o. Im Juli 2002 in Dortmund hatte Krasniqi nach Punkten in Führung liegend wegen völliger Entkräftung die Nerven verloren und den Fight aufgegeben. Der Olympia-Dritte von 1996 zeigte sich von seinem schnellen Erfolg überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht geht. Dieser Sieg war für mich ein Riesenschritt in die richtige Richtung.“ Auch Regina Halmich konnte ihren WM-Titel erfolgreich verteidigen. Die Fliegengewichtlerin besiegte Cathy Brown aus Großbritannien über zehn Runden einstimmig nach Punkten. Tsp/Foto: dpa

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