Boxen : Huck hat nur Klitschko im Sinn

Am Samstagabend boxt Weltmeister Marco Huck gegen Firat Arslan. Im Vorfeld des WM-Kampfes spricht der 27-Jährige bereits über einen Kampf gegen Wladimir Klitschko - mal wieder.

Weltmeister Marco Huck (l.) und Herausforderer Firat Arslan stehen sich beim offiziellen Wiegen gegenüber.
Weltmeister Marco Huck (l.) und Herausforderer Firat Arslan stehen sich beim offiziellen Wiegen gegenüber.Foto: dapd

Weltmeister Marco Huck boxt in wenigen Stunden gegen Firat Arslan, redet aber nur über einen möglichen Kampf gegen Wladimir Klitschko. Das ist für das Duell am Samstag (23.25 Uhr/ARD) im Gerry-Weber-Stadion von Halle/Westfalen nicht die beste Werbung. Manche Beobachter haben ihre Zweifel an der Qualität des Kampfes zwischen dem 27 Jahre alten Titelverteidiger und dem 42-jährigen Arslan. „Das ist Boxen zweiter Klasse, keine hochwertige WM“, sagt Klitschkos Manager Bernd Bönte.

Dass der Sauerland-Stall Wladimir Klitschko ein Angebot über fünf Millionen Euro für einen Kampf gegen Huck unterbreitet hat, bringt Bönte auf die Palme. „Völlig absurd. Immer, wenn für Huck ein Kampf ansteht, bringen sie den Namen Klitschko ins Spiel, um sich interessanter zu machen und Karten zu verkaufen. Das ist eine reine PR-Nummer.“ Huck will nach einem eingeplanten Sieg über Arslan wieder mal ins Schwergewicht aufsteigen. Einmal hat der Berliner das bislang gewagt und gegen WBA-Weltmeister Alexander Powetkin umstritten verloren.

Jetzt möchte er Klitschko den Titel abknöpfen. Die fünf Millionen Euro als Trostpflaster für einen TV-Wechsel zur ARD lehnt Bönte strikt ab: „Wir haben einen Exklusiv-Vertrag mit RTL und werden nicht woanders boxen.“ Sollte der an die ARD gebundene Sauerland-Stall auf seinen TV-Partner verzichten, wäre das Duell aber nicht ausgeschlossen. Bönte ist nicht zu Kompromissen bereit. Die im nächsten Jahr anstehende Pflichtverteidigung gegen Sauerland-Weltmeister Powetkin wird ebenfalls nicht in der ARD zu sehen sein. „Klitschko findet ausschließlich bei RTL statt“, sagt Bönte.

Bevor weiter geschachert wird, muss Huck allerdings am Samstag gewinnen. Sein letztes Cruisergewichtsduell gegen den Briten Ola Afolabi endete unentschieden und war keine Sternstunde. „Da hatte ich eine sehr kurze Vorbereitungszeit“, sagt Huck, der WBO-Superchampion wird, wenn ihm die zehnte Titelverteidigung gelingt. „Jetzt werde ich mich anders präsentieren.“ Sowohl Huck als auch der Deutsch-Türke Arslan aus Süßen sind keine Vertreter technisch hochwertigen Boxens. Beide stehen für Kraft und Kondition. Huck betitelt sich bisweilen selbst als Kneipenschläger, Arslan wird mit einer Dampfwalze verglichen, die unaufhörlich nach vorne rollt. „Das wird kein Genuss, aber eine Schlacht“, behauptet Jean-Marcel Nartz, Vorstandsmitglied des europäischen Box-Verbandes EBU. „Deshalb ist dieses Duell so interessant.“ (dpa)

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