Boxen : Kentikian siegt souverän

Profi-Boxerin Susianna Kentikian bleibt Weltmeisterin der Verbände WIBF und WBA im Fliegengewicht. Die Titelverteidigerin aus dem Hamburger Spotlight-Stall bezwang am Freitagabend die Amerikanerin Elena Reid einstimmig nach Punkten.

Günter Schulz[dpa]

Nach vier Jahren Profi-Karriere und 24 Siegen in 24 Kämpfen drohen Boxerin Susianna Kentikian die Gegnerinnen auszugehen. Die 21 Jahre alte Fliegengewichts-Weltmeisterin verteidigte am Freitagabend vor 3800 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg ihre Titel der Verbände WBA und WIBF durch einstimmigen Punktsieg (100:90, 100:90, 100:91) gegen Elena Reid aus den USA erfolgreich. Dabei gab die gebürtige Armenierin, die seit Sommer 2008 deutsche Staatsbürgerin ist, gegen die 27 Jahre alte Amerikanerin keine Runde ab und führte ihre Gegnerin, die stehend k.o. war, phasenweise gnadenlos vor.

Vollauf zufrieden war sie mit ihrer Leistung trotzdem nicht. "Ich habe versucht, den K.o. zu erzwingen. Das war nicht clever, denn dadurch bin ich manchmal etwas verkrampft", sagte Kentikian. Reid, die im September 2004 gegen "Box-Queen" Regina Halmich ein Unentschieden erreicht und den Rückkampf im Dezember 2005 nur knapp nach Punkten verloren hatte, zeigte eine indiskutable Leistung und konnte an die Vorstellungen gegen Halmich in keiner Phase anknüpfen. "Ich hätte von mir selbst mehr erwartet. Ich habe nicht clever geboxt", sagte die Amerikanerin.

"Keine Deckung, keine Taktik"

Halmich, die als Expertin für den live übertragenden Privatsender ProSieben am Ring saß, riet ihrer Rivalin von einst, die Karriere zu beenden. "Ich war erschrocken über Elenas Leistung. Da war keine Deckung, keine Taktik, keine Power mehr da. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und hat einige harte Kämpfe zu viel gemacht", sagte die 32-Jährige. Kentikians Promoter, Spotlight-Chef Dietmar Poszwa, will sich auf der Suche nach passenden Gegnerinnen für seinen Schützling auch in anderen Gewichtsklassen umschauen. Ein Datum für die nächste Titelverteidigung steht noch nicht fest. Zunächst reist die 1,55 Meter kleine Hamburgerin am 27. März für zwei Wochen in die USA, um ihren Großvater in Los Angeles zu besuchen.

Auf einen WM-Kampf bis Jahresende hofft auch Sebastian Zbik. Der 27 Jahre alte Mittelgewichts-Profi aus Schwerin verteidigte seinen WBO-Interkontinental-Titel gegen den Spanier Ruben Varon, indem er diesen mit einem Leberhaken in Runde vier ausknockte. Zbik, der ebenfalls bei Spotlight unter Vertrag steht, wird in den Ranglisten von WBO, WBA und WBC unter den Top drei geführt. (feh/dpa)

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