Boxen : Klagen statt Fäuste

Die Box-Bundesliga ist gerade in die neue Saison gestartet. Sechs Klubs streiten um den Meistertitel – dabei ist nach Protesten, Urteilen und Einsprüchen noch immer nicht klar, wer sich überhaupt Champion 2009 nennen darf.

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BerlinDie Box-Bundesliga ist gerade wieder in die Saison gestartet. Die Boxer von Hertha BSC zeigen sich bei dem international offenen Championat dabei etwas erfolgreicher als die gleichnamigen Fußballer. Gegen den Boxclub Poznan gab es einen 13:11-Heimsieg und eine knappe 11:12-Auswärtsniederlage. Sechs Klubs streiten um den Meistertitel – dabei ist nach Protesten, Urteilen und Einsprüchen noch immer nicht klar, wer sich überhaupt Champion 2009 nennen darf.

„Es könnte sein, dass der Meister 2010 vor dem von 2009 feststeht“, sagt der Berliner Trainer Adolf Angrick. Nach den sportlichen Resultaten waren die Berliner Erster des letztjährigen Viererfeldes. Die Meisterschaft war der erste Hertha-Box-Titel seit 1974 und die überraschende Ablösung von Serienmeister Velberter BC (9:3). Hertha feierte den Erfolg und ignorierte, dass noch ein Protest von Motor Babelsberg lief, der zu entscheiden war. Den Heimkampf gegen Hertha hatten die Brandenburger 11:13 verloren, dabei aber wirkte auf Seiten des Siegers der Pole Legowski mit, der kein Startbuch – die Starterlaubnis nach einer ärztlichen Untersuchung – vorlegen konnte. Die Freigabe vom polnischen Verband freilich war da, auch eine ehrenwörtliche Erklärung des Boxers. Auch der Delegierte des Deutschen Box-Verbands (DBV) Dieter Mika gab den Kampf frei – und Legowski gewann. Dabei wurde aber außer Acht gelassen, dass der DBV festgelegt hatte, dass die sogenannten „Einflieger“, die Akteure aus EU-Staaten, in jedem Falle ein Startbuch vorzulegen haben.

„Eigentlich verstößt das gegen geltendes Recht, das für alle EU-Bürger gleiche Kriterien vorschreibt“, sagt Angrick. Babelsberg aber protestierte, wurde in zwei Instanzen abgewiesen, ehe die höchste, das Verbandsgericht, Motor doch Recht gab. Statt 2:1 für Legowski wurde der Kampf mit 2:0 für Babelsbergs Vertreter gewertet – im Gesamtergebnis hieß das statt 13:11 für Hertha jetzt 12:11 für Babelsberg. Damit war Velbert wieder Meister, Hertha Zweiter. Am 10. März gibt es nun am Landgericht in Kassel, wo der DBV seinen Sitz hat, einen Gütetermin. „Der DBV hat uns informell angeboten, man könnte beide Teams zum Meister küren, wenn wir unsere Klage zurückziehen. Das aber machen wir nicht, wir sehen uns im Recht“, sagte Herthas Box-Abteilungsleiter Peer Mock-Stümer. Velberts Vorsitzender Hans-Werner Stryak gibt zu, „dass das für uns schon eine komische Situation ist, weil uns der Titel praktisch zugeflogen ist“. Aber dafür brauche man sich nicht zu schämen. „Das Urteil ist wasserdicht. Hertha hat keine Argumente.“

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