Boxen : König Abraham fordert Sturm

Der deutsche Boxsport profitiert derzeit von gebürtigen Armeniern: Nachdem sich Susi Kentikian den Titel den vakanten Titel von Regina Halmich holte, verteidigte Arthur Abraham seinen Gürtel und fordert jetzt einen anderen deutschen Weltmeister zum Duell.

Gert Glaner,Arne Leyenberg
Abraham Boxen
König Arthur Abraham (M.) hatte mit seinem Gegner Wayne Elcock (r.) kaum Probleme. -Foto: AFP

Hamburg/BaselZwei gebürtige Armenier haben der deutschen Profi-Boxszene kurz vor dem Weihnachtfest Glanzlichter aufgesetzt. Mittelgewichtler Arthur Abraham verteidigte in der Nacht zum Sonntag seinen IBF-WM-Titel in Basel durch technischen K.o. in der 5. Runde gegen den Engländer Wayne Elcock. Fliegengewichtlerin Susi Kentikian (Hamburg) holte am frühen Samstagmorgen mit einem einstimmigen Punktsieg (97:95, 96:94, 97:94) in Hamburg über die Französin Nadia Hokmi den WIBF-WM-Titel, den Regina Halmich eine Woche zuvor bei ihrem Rücktritt niedergelegt hatte.

Abraham schickt sich nach dem 25. Sieg seiner makellosen Karriere an, seinen deutschen Widerpart Felix Sturm und Amerika zu erobern. Im Sommer kommenden Jahres soll er gegen WBA-Weltmeister Felix Sturm aus Leverkusen oder den WBO- und WBC-Champion Kelly Pavlik (USA) boxen. "Wir würden am liebsten gegen Felix Sturm boxen", sagte Promoter Wilfried Sauerland, der dem Boxer aus dem Hamburger Universum-Stall schon ein Kampfangebot von einer Million Euro unterbreitet hat. Für Juli 2008 hat Sauerland die Fußball-Arena des FC St. Pauli in Hamburg angemietet. "Sollte die andere Seite Bereitschaft signalisieren, bin ich bereit, das Angebot noch zu erhöhen." Auch Abraham steht bereit: "Der Kampf ist nur eine Geldfrage. Wenn das Geld stimmt, boxt jeder."

Abraham will den Vereinigungskampf

Bei seinem ersten Auslandsauftritt demonstrierte Abraham vor 4500 Zuschauern nach vier verhaltenen Runden im fünften Durchgang seine beeindruckende Schlagkraft. Nach einem Treffer mit der Rechten ging Herausforderer Elcock zu Boden. Nach einem weiteren Schlaghagel des Weltmeisters an den Ringseilen nahm Ringrichter Wayne Kelly (USA) den 33 Jahre alten Briten aus dem Kampf. Elcock war Abrahams 20. "K.o.-Opfer". Sein zweiter Wunschgegner im kommenden Jahr ist Pavlik. "Denn er hat zwei Gürtel. Und ich will der Super-Champion werden", sagt Abraham. Der Showdown unter Weltmeistern könnte im Sommer in Amerika stattfinden. "Wir haben Anfragen aus den USA", bestätigt Sauerland, der schon mit dem mächtigen amerikanischen TV-Sender HBO verhandelt.

So begehrt ist Kentikian noch nicht. Aber im Kampf um die Erbfolge der deutschen Box-Königin Regina Halmich hat die 20-Jährige nach dem Sieg über Hokmi die besten Aussichten. "Das ist ein ganz besonderer Titel. Ich bin einfach nur glücklich", gestand die nunmehr zweifache Weltmeisterin nach ihrem von 3800 Zuschauern bejubelten Erfolg.

Halmich: "Susi ist eine würdige Weltmeisterin."

Halmich gehörte zu den ersten Gratulanten. "Ein Wahnsinnskampf. Er ist genauso ausgegangen, wie ich das erwartet hatte", so die 31 Jahre alte Karlsruherin, die bei der ProSieben-Fight Night zuvor eine weitere Bewährungsprobe auf dem Weg zur angestrebten TV-Karriere zu bestehen hatte. Am Verdienst des Kentikian-Sieges gab es für Regina Halmich keinen Zweifel: "Susi ist eine würdige Weltmeisterin."

Dem Ex-Europameister im Super-Mittelgewicht, Danilo Häußler (Schwedt/Oder), gelang es in Basel nicht, seinen Titel zurückzuholen. Der Brandenburger, der den Titel von 2001 bis 2003 hielt, kam gegen Titelverteidiger Cristian Sanavia aus Italien nach 12 Runden nicht über ein Unentschieden (114:112, 112:114, 113:113) hinaus.

In Las Vegas verteidigte Floyd Mayweather aus den USA seinen WBC-Weltmeistertitel im Weltergewicht erfolgreich und verkündete danach seinen Rücktritt. Vor 17.000 Zuschauern in der ausverkauften MGM Grand Garden Arena bezwang der 30-Jährige am Sonntag (Ortszeit) den in 43 Kämpfen unbesiegten Briten Ricky Hatton durch technischen K.o. in Runde 10. Danach rief Mayweather das Ende seiner Karriere im Ring aus: "Jetzt habe ich im Boxen meine Ziele erreicht und trete zurück." (dpa)

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