Sport : Boxen: Leichtes Spiel für Mike Tyson

Ex-Schwergewichtschampion Mike Tyson hat sich am Samstagabend nach einem Jahr Ringpause in Kopenhagen mit einem nie gefährdeten, aber nicht unbedingt weltmeisterlichen Sieg zurückgemeldet. Der 35-jährige US-Boxer schlug den ein Jahr älteren Dänen Brian Nielsen durch technischen K.o. nach der sechsten Runde vor 20 000 Zuschauern im Fußballstadion "Parken" und will jetzt einen Titelkampf gegen den Sieger des bevorstehenden Duells zwischen seinem Landsmann Hasim Rahman und dem Briten Lennox Lewis.

"Ich fühle mich noch ein bisschen eingerostet nach der langen Pause", entschuldigte sich Tyson. Der jüngste Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten war mit einem Kampfgewicht von 108,6 kg, dem höchsten seiner 49 Profi-Kämpfe, in den Ring gestiegen. Trotzdem hatte der Ex-Champion von der ersten Runde an nie Probleme gegen seinen massigen Gegner, der nach zahlreichen Treffern in der dritten Runde zu Boden ging und nach der sechsten vom Ringrichter durch Abbruch wegen eines Augenschadens vor dem sicheren K.o. bewahrt wurde.

Der Däne meinte zunächst, er habe entgegen einer Aussage des Ringrichters keineswegs selbst aufgegeben, räumte später aber ein, dass er das Handtuch geworfen habe, nachdem der Ringarzt einen eingeklemmten Augennerv konstatiert hatte. "Ich bin überrascht, dass er nicht härter geschlagen hat", sagte Nielsen zu den Qualitäten seines Gegners. Tyson war bei seinem 47. Sieg in 50 Kämpfen zu jedem Zeitpunkt Chef im Ring, trieb den 1,91 m großen und 117,8 kg schweren Dänen ständig vor sich her und bearbeitete ihn vor allem in der fünften Runde mit Serien von Treffern.

Mike Tyson konnte auch die Erwartungen der Klitschko-Brüder und ihres Umfelds nicht erfüllen. "Er war sehr langsam, und seine Explosivität fehlte. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Witali als Nächster gegen ihn kämpfen kann", meinte Weltmeister Wladimir. "Tyson war schon mal besser", bestätigte der große Bruder. "Nielsen war nur ein lebender Sandsack. Für Tyson war es ein leichtes Spiel. Meine Klitschkos sind bereit für ihn", signalisierte Trainer Fritz Sdunek Kampfbereitschaft gegen Tyson.

Für diese Form von Training mit ihrem Lokalmatador Nielsen zahlten die dänischen Fans Eintrittspreise zwischen 250 (rund 125 Euro) und 1500 Mark. Auch der Verkauf der Fernsehübertragung im Pay-TV führte zu reißendem Absatz, so dass die Veranstalter nach Abzug von Tysons Gage über 20 Millionen Kronen (5,2 Mio. Mark, rund 2,6 Mio. Euro) und Nielsens acht Millionen noch gut verdient haben dürften.

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