Boxen : Maske trainiert bei Wolke

Henry Maske ist zurück bei seinem Meistermacher - doch Trainer Manfred Wolke bleibt vorsichtig. Am 31. März steigt Maskes Comeback-Kampf gegen Cruisergewichts-Champion Virgil Hill.

Frankfurt/Oder - "Sein allgemeiner körperlicher Zustand ist ganz gut", bescheinigte der 63 Jahre alte Coach seinem alten und neuen Schützling nach dem ersten Trainingseindruck eine ausbaufähige Grundlage. "Jetzt müssen wir draufpacken, in einem Monat kann man mehr sagen", sagte Wolke. Nach zehn Jahren stand Maske wieder als Aktiver im Wolke-Camp in Frankfurt/Oder. "Es war ja von Anfang an mein Wunsch, mich mit Manfred Wolke auf das Comeback vorzubereiten. Er weiß, wie er mich anpacken muss, kennt meine Stärken und auch Schwächen", sagte Maske.

Der 41 Jahre alte Rückkehrer hatte sich von US-Trainer Teddy Atlas getrennt und will nun in gewohnter Umgebung körperlich und geistig fit werden für den Comeback-Kampf gegen Cruisergewichts-Champion Virgil Hill (USA) am 31. März in München. Ex-Champion Maske soll Atlas eine finanzielle Entschädigung für die vorzeitige Vertragsauflösung gezahlt haben. "Die Auffassungen der beiden waren zu verschieden", sagte Promoter Wilfried Sauerland zum Trainerwechsel und gab nach anfänglicher Weigerung Wolke für Maske frei. Allerdings bleibt der Chef des Sauerland-Stalls skeptisch: "Aber ich betone: Ich bin weiterhin gegen diese Comebacks."

Axel Schulz' Comeback-Versuch als Warnung

Wolke weiß, dass er mit Maske vor einer sehr schweren Aufgabe steht. "Zehn Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Das Boxen hat sich vollkommen verändert, mehr Aggressivität, bessere Athletik, das Tempo ist höher. Da war auch ich vorsichtig", berichtet der Alt-Meister, der nach Weihnachten mit Maske in einem Trainingslager an der Ostsee das Aufbauprogramm beginnen wird. Das Fiasko des ehemaligen Wolke-Schützlings Axel Schulz beim Comeback gegen Brian Minto (USA) ist natürlich Gesprächsthema. "Die Leistung von Axel hat uns allen einen Schrecken eingejagt, das darf Henry nicht passieren", betonte Wolke nach der ersten Übungsstunde am Dienstag.

Sauerland berichtete, Trainingseindrücke aus den USA hätten ihm gezeigt, dass Maske in der derzeitigen Verfassung gegen Hill keine Chance gehabt hätte. "Der Kampf von Axel hat klar gezeigt, dass die Philosophie der amerikanischen Trainer mit der unseren nicht zu vereinen ist", ergänzte Wolke. Der in Südafrika lebende Sauerland vertraut dem neu belebten Erfolgs-Duo und sieht ohnehin mehr Qualität bei Maske als bei Schulz: "Das ist sportlich eine höhere Ebene, bei Henrys Kampf ist mehr Substanz drin. Denn Hill ist Weltklasse, was man von Minto ja nicht sagen kann."

"Jetzt muss wieder ein Maske entstehen"

Unter Trainer Wolke war Maske Olympiasieger, Weltmeister und drei Mal Europameister. Als Profi führte ihn sein Coach zum Gewinn des Weltmeistertitels im Halbschwergewicht nach Version der International Boxing Federation (IBF), den er von 1993 bis 1996 innehatte. Die einzige Niederlage kassierte er gegen Hill.

"Jetzt muss wieder ein Maske entstehen, das wäre sehr gut für das Boxen", bemerkte Wolke, der mit "viel Herzblut" die Allianz aufleben lässt. "Ich muss ihn jetzt erst einmal wieder kennen lernen, seine Leistungsfähigkeit prüfen", sagte der Trainer weiter. An der polnischen Grenze jedenfalls ist schon mal eine neue Begeisterung für den Gentleman Maske ausgebrochen: "Alle freuen sich, dass er wieder da ist", berichtete Wolke. (Von Silke Nauschütz und Franko Koitzsch, dpa)

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