Boxen : Witali Klitschko will WM-Kampf in Berlin

Geht es nach dem Willen des Klitschko-Manangements, soll in der neuen Arena am Ostbahnhof im Oktober der nächste WM-Kampf des älteren Klitschko-Bruders stattfinden. Das letzte Mal boxte er vor acht Jahren in der Hauptstadt.

Michael Rosentritt

Berlin - Nur zwei Tage nach der Schwergewichts-WM von Wladimir Klitschko in Hamburg laufen die Planungen für das Comeback von Witali Klitschko. Der ältere Bruder des Champions der Weltverbände IBF und WBO wird aller Voraussicht nach am 11. Oktober um die WM-Krone des Verbandes WBC gegen Samuel Peter (Nigeria) kämpfen – und zwar in Berlin. Wie der Tagesspiegel erfuhr, spricht derzeit vieles dafür, dass der Kampf in der neuen Großarena am Ostbahnhof stattfindet.

Bislang war ein solcher Kampf auch in den USA oder Nigeria denkbar. Für den Austragungsort Lagos machten sich die beiden Promoter des 27 Jahre alten Samuel Peter stark. Dino Duva und insbesondere Don King träumten von einer Neuauflage des „Rumble in the Jungle“. Der Kampf im Dschungel zwischen George Foreman und Muhammad Ali, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa (damals Zaire, heute Demokratische Republik Kongo) stattfand, war von Don King organisiert und größtenteils von Diktator Mobutu als Werbemaßnahme für sein Land und ganz Afrika finanziert worden.

„Aus vielen Gründen wäre es schwer, in Nigeria ein solches Event zu stemmen“, sagt Bernd Bönte. Der Manager der Klitschko-Brüder erinnert an die Entführung von zwei deutschen Ingenieuren vor wenigen Tagen. Der Klitschko-Clan bevorzugt klar einen Kampf in Deutschland, gern in Berlin. Zwar seien auch die Arenen in Mannheim und Köln optioniert, aber Berlin genieße Priorität. „Wir verhandeln derzeit mit der Gegenseite in New York. Bis Ende der Woche wollen wir die Sache klar kriegen“, sagt Bönte.

Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, gäbe es für Witali Klitschko ein Wiedersehen mit der Hauptstadt. Das letzte Mal boxte er vor acht Jahren in der Stadt, damals allerdings verlor er wegen einer im Kampf erlittenen Sehnenverletzung in der Schulter seinen WM-Titel nach WBO-Version gegen Chris Byrd (USA). Schließlich holte er sich den WM-Titel, diesmal den des WBC, gegen Corrie Sanders (Südafrika) zurück. Im Dezember 2004 boxte Klitschko das bislang letzte Mal. In Las Vegas schlug er Danny Williams k. o., musste aber 2005 nach einer Kreuzband-OP abgetreten. Dass er das als ungeschlagener WBC-Weltmeister tat, sicherte ihm den Status eines „Champion emeritus“. Damit ist er erster Pflichtherausforderer von Samuel Peter.

Der Nigerianer hatte im März 2008 als Interims-Weltmeister seinen Titel gegen den Russen Oleg Maskajew in Cancun/Mexiko erfolgreich verteidigt. Peter verlor nur einen seiner 31 Kämpfe – im September 2005 gegen Wladimir Klitschko. Dessen Bruder Witali verabschiedete sich gestern erst einmal für zwei Wochen in den Familien-Urlaub nach Los Angeles.

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