Sport : Boxer Tajbert und Rahimow stecken Schläge und Bronze ein

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Athen Die deutschen Hoffnungen auf das erste olympische Box-Gold seit zwölf Jahren haben sich nicht erfüllt. Europameister Witali Tajbert und der EM-Dritte Rustam Rahimow verpassten am Freitag in Athen den Einzug ins Finale des olympischen Turniers. Federgewichtler Tajbert unterlag dem Nordkoreaner Song Guk Kim mit 24:29 nach Punkten, Fliegengewichtler Rahimow hatte gegen Yuriorki Gamboa (Kuba) mit 11:20 das Nachsehen. Für beide bleibt es damit bei Bronze. Schon vor dem Erreichen der Medaillenränge waren Superschwergewichtler Sebastian Köber und Mittelgewichtler Lukas Wilaschek gescheitert.

Deutschlands Boxer sind damit wie schon 2000 in Sydney in den Finals nur Zuschauer. „Das ist bedauerlich. Ich hätte schon gedacht, dass mindestens einer der beiden bis in die Endkämpfe vordringen könnte“, sagte Verbandspräsident Paul Forschbach. Letzter olympischer Box-Finalist aus Deutschland war 1996 in Atlanta Halbweltergewichtler Oktay Urkal aus Berlin, letzter Goldmedaillengewinner 1992 in Barcelona Federgewichtler Andreas Tews.

Vize-Weltmeister Tajbert war am ehesten zugetraut worden, den Erfolg von Tews zu wiederholen. Der 22 Jahre alte Sportsoldat fand aber gegen den in der Reichweite überlegenen Nordkoreaner nie ein Mittel, um die Punktrichter zu beeindrucken. Der Deutsche lag lediglich mit dem Schlussgong der zweiten Runde in Führung. Die glich Kim jedoch zügig aus und hatte Mitte der letzten Runde eine Vorentscheidung erzwungen. „Witali war zwar der vielseitigere und flüssigere Boxer, aber der Koreaner hat seine Stärken in der Reichweite besser zur Geltung gebracht“, sagte Chef-Bundestrainer Helmut Ranze, der das Urteil der Kampfrichter in Ordnung fand.

Zuvor war bereits das Vorhaben von Rustam Rahimow, nach drei dritten Rängen erstmals ein Finale bei internationalen Meisterschaften zu erreichen, fehlgeschlagen. In einem taktisch geprägten Duell musste der von Walentin Silaghi trainierten Boxer unablässig gegen einen Rückstand ankämpfen. „Ich bin enttäuscht, ich hatte mich vorn gesehen“, meinte Rahimow nach dem Ausscheiden. „Aber ich danke Gott, dass ich nicht mit leeren Händen nach Hause komme.“

Tajbert verließ die Halle hingegen fluchtartig und wollte mit niemandem reden. „Den werden wir heute nicht wiedersehen“, sagte Heimtrainer Conny Mittermaier mit Tränen in den Augen. Bundestrainer Ranze zog trotz seiner Enttäuschung ein versöhnliches Fazit. „Insgesamt ist das Ergebnis positiv: Wir fangen alle vier Jahre mit vielen kleinen Kindern an. Daraus haben wir zwei Medaillengewinner gemacht“, sagte er. Ranze wird nach den Olympischen Spielen wieder von vorn beginnen müssen. Tajbert und Wilaschek haben schon erklärt, ins Profi- Geschäft wechseln zu wollen. dpa

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