BR Volleys im Reisestress : Happy End in Izmir

Die Berlin Volleys lernen auf ihrer Europatour, abenteuerliche Umstände zu bewältigen - und landen im Champions-League-Spiel in Izmir einen wichtigen Sieg.

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Erst im dritten Auswärtsspiel konnten sie jubeln. Felix Fischer und Scott Touzinsky (r). Foto: dpa
Erst im dritten Auswärtsspiel konnten sie jubeln. Felix Fischer und Scott Touzinsky (r).Foto: dpa

Am Mittwochmorgen auf dem Flughafen von Izmir erhielt Srecko Lisinac seine Sporttasche wieder. Das war einerseits gut, weil die Fluggesellschaft sie endlich gefunden hatte, andererseits aber zu spät, weil der Mittelblocker der Berlin Volleys die Tasche am Vorabend im Champions-League-Spiel bei Arkas Izmir auch ganz gut hätte gebrauchen können. Dann hätte er nämlich nicht in seinen Laufschuhen, nicht in einem Trikot seines Teamkollegen Florian Hecht und nicht mit einer mit schwarzem Tapeband aufgeklebten Nummer 17 spielen müssen. Immerhin bekam der Serbe aber auf diese Weise noch einmal das Mantra seines Teamkapitäns Scott Touzinsky eingehämmert: „Lass’ dich nicht von den Umständen ablenken.“

Das ist ihm wie auch den Berlin Volleys gut gelungen. Der 3:1-Sieg in der Champions League in Izmir verhalf der strapaziösen einwöchigen Auswärtsreise der Berliner Volleyballer zu einem glücklichen Ende. Acht Tage lang sind die Berliner durch Europa gereist, haben unglücklich in Trentino 1:3 verloren und überraschend auch in Düren mit 1:3. Manager Kaweh Niroomand begann bereits, auch die Umstände der strapaziösen Reise für die Niederlagen verantwortlich zu machen. Immerhin besuchte man innerhalb einer Woche sieben Flughäfen: Berlin-Tegel, Mailand, Verona, Köln, Düsseldorf, Izmir und Istanbul. Trotzdem gelang es den Berlinern in Izmir, die schwierigen Umstände zu vergessen. „Wir sind Profis“, erklärt Scott Touzinsky, „das ist unser Job.“

Die mentale Stärke der Berliner offenbarte sich am Dienstagabend im dritten Satz. In den beiden Spielen zuvor war dieser Abschnitt trotz zahlreicher Satzbälle stets die Wende zum Schlechten gewesen, 27:29 hatten die Berliner den dritten Satz in Trentino verloren, 29:31 in Düren. Diesmal aber kamen die Berliner Spieler beim Stand von 1:1 nach Sätzen noch einmal zusammen. „Wir haben gesagt, dass es Zeit wird, dass wir mal einen dritten Satz gewinnen“, berichtet Scott Touzinsky, „und dass es egal ist, was im dritten Satz passiert: Wir bleiben als Team zusammen.“ Tatsächlich brillierten die Berliner am Ende des dritten Satzes mit einigen hervorragend herausgespielten Punkten.

So kommt es, dass der Berliner Mannschaftskapitän am Mittwoch erst mit einem kurzen Mittagsschlaf die Reisestrapazen verarbeitete und dann trotz zweier Niederlagen ein positives Resümee zog. „Wir haben gelernt, dass wir eines der besten Teams in Europa und nur schwer zu schlagen sind“, sagt der Außenangreifer Scott Touzinsky, „aber wenn wir nicht aggressiv spielen, können wir auch von jedem Team der Bundesliga geschlagen werden.“

In der Champions League sind die Berliner schon wieder mehr als im Soll. In der vergangenen Saison holten die Berliner aus ihren Auswärtsspielen nur zwei Punkte, nun sind es schon drei. „Wenn wir jetzt auch noch in Lugano gewinnen, was wir können, stehen wir vor den drei Heimspielen sehr gut da“, sagt Scott Touzinsky. Zeit zum Ausruhen aber bleibt kaum. Nach dem Bundesligaspiel in Coburg treten die Berliner am Mittwoch beim Schweizer Meister an und am Sonntag beim Dauerrivalen Friedrichshafen. „Diese beiden Spiele sind noch wichtiger als die zurückliegenden drei“, findet Scott Touzinsky, „es liegt noch viel Arbeit vor uns.“

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